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Zwischen Reisefieber und Uniwahnsinn – Halbzeit

Szíasztok! Ich bin Julia und studiere Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Mosbach (Campus Bad Mergentheim). Ich habe für das 4. Semester die hohenloher Kleinstadt gegen die osteuropäische Metropole Budapest getauscht (s. erster Blogbeitrag). Ich bin nur schon drei Monate hier und habe viel erfahren, gelernt und entdeckt. Heute möchte ich euch über meine Erlebnisse der letzten Wochen berichten.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Da ich nun schon über die Hälfte meines Semesters geschafft habe, standen schon meine ganzen Midterm-Prüfungen an. Im Gegensatz zu Deutschland verteilen sich meine Leistungen hier über das gesamte Semester, das heißt ich muss Hausaufgaben abgeben, Präsentationen vorbereiten, und kurze Ausarbeitungen schreiben. Dazu kommen in jedem Fach die sogenannten Midterms, also Prüfungen während des Semesters, die den vergangenen Stoff abfragen. So muss man einerseits zwar kontinuierlich einiges an Zeit und Fleiß investieren, aber gegen Ende spart man sich den großen Stress.

Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Studium. Vorher habe ich mir schon etwas Sorgen gemacht, ob es nicht schwer sein würde in einer anderen Sprache zu studieren, aber nach einigen Wochen war es normal, alles auf Englisch zu hören und zu lesen. Bis auf technische Fachbegriffe muss ich selten ein Wort nachschlagen. Ich spreche jetzt schon sehr flüssig Englisch und kann mit meinen Freunden auch über komplexere Themen reden. Gezielte Fragen in der Vorlesung zu beantworten ist hingegen schwer, da man sich natürlich immer korrekt und präzise ausdrücken möchte.

Nach den ganzen Midterms Ende März hatten wir eine Woche Osterferien. Viele meiner Erasmus-Freunde sind durch ganz Europa gereist, ich bin jedoch hiergeblieben, da ich Freunde aus Deutschland zu Besuch hatte. Es war toll, wieder vertraute Menschen um mich zu haben. Ich konnte ihnen meine neue Heimat zeigen und habe dabei selbst auch viele neue Ecken von Budapest entdeckt.

Nach den Ferien ging es wieder zurück in den typischen Uni-Alltag. Meine Vorlesungen sind täglich zu anderen Zeiten. Mal habe ich morgens eine Vorlesung, mal nur nach mittags. Die restliche Zeit verbringe ich mit Hausaufgaben, Haushalt (es kocht schließlich niemand mehr für mich und die Wäsche macht sich auch nicht von alleine) und Freunden. Jetzt da es endlich Sommer wird, gehe ich oft mit Freunden Eis essen oder man trifft sich zum Picknick auf der Margarenteninsel, die bei dem strahlenden Wetter sehr belebt ist. Jetzt kommen auch immer mehr Touristen nach Budapest. Es fühlt sich seltsam und gleichzeitig wunderbar an, kein Tourist mehr zu sein, sondern schon ein bisschen zu den Einheimischen zu gehören.

Nachdem unter der Woche die Uni doch meist den Takt vorgibt, verbringe ich die Wochenenden meist außerhalb von Budapest. Ich habe mittlerweile schon einige schöne Städte in Osteuropa besucht. Neben Bratislava (Slowakei) war ich auch in Prag (Tschechische Republik), danach in Ljubljana (Slowenien). Dort habe ich eine Freundin von zu Hause besucht, die ihr Erasmus dort verbringt. Nach Ostern war ich über ein Wochenende im nahe gelegenen Wien (Österreich) und in der Woche danach war ich in Krakau (Polen). Damit verbunden war ein Tagesausflug in das Vernichtungslager Auschwitz. Obwohl ich wusste was mich dort erwartet, war es doch eine sehr prägende Erfahrung.

Die kommenden Wochen stehen wieder einige Examina und Abgabetermine an, deshalb werde ich wohl wieder einige Zeit hinter dem Schreibtisch anstatt in der Sonne verbringen. Trotzdem freue ich mich auf die letzten beiden Monate, wobei in diesen Worten auch ganz viel Wehmut mitklingt. „Time is flying“, sagt einer meiner Dozenten immer. Ich habe die Stadt und dieses ganze Leben im „Erasmus-Lifestyle“ wirklich lieben gelernt. Und für diese Erfahrung bin ich wahnsinnig dankbar!

Viele Grüße aus Budapest!

Eure Julia

Die Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

BME Budapest