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Was ich aus dem Auslandssemester in Thailand mitnehmen werde

Sawadee kha, mein Name ist Jana und ich bin 20 Jahre alt. Ich studiere am Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach in Kooperation mit dem Unternehmen BASS in Niederstetten den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Innovations- und Produktmanagement. Im Rahmen meines vierten Theoriesemesters hat es mich nach Thailand verschlagen. Beginnend im Januar 2017 studierte ich drei Monate in der Nähe von Bangkok am Mahidol University International College (MUIC) der Mahidol Universität.

Mein erster Bericht zum Auslandssemester an der MUIC kann hier eingesehen werden, zum zweiten führt der folgende Link.

Von Redaktion DHBW Mosbach

#Wie mich mein Auslandssemester weitergebracht hat

Durch das Austauschprogramm wurde es mir definitiv ermöglicht, neue und andere Dinge zu erleben und zu erlernen, wozu ich in Deutschland und speziell an der DHBW Mosbach nicht die Möglichkeit gehabt hätte:  Natürlich eröffnet bereits die Nähe zu einer Metropole wie Bangkok einige Möglichkeiten, die man in Mosbach oder Bad Mergentheim nicht finden wird. So war es kein Problem, noch nach dem Unterricht einen Abstecher auf den Chatuchak-Markt zu machen oder den Sonnenuntergang auf einer Skybar zu genießen. Am Abend in geselliger Runde an Straßenständen zu sitzen und das Street Food durchprobieren zu können, zählt definitiv genauso zu den neuen Erlebnissen wie die unzähligen Ausflüge und Kurztrips, die ich in der Zeit in Thailand unternehmen konnte. 

Durch den Auslandsaufenthalt habe ich viele neue Kontakte geknüpft. Zu den Kommilitonen, die ich in dieser Zeit näher kennenlernen konnte und mit denen gemeinsam ich viele Reisen unternommen habe, habe ich auch heute noch Kontakt und vor allem gemeinsame Erinnerungen. 

Auch für das weitere Berufsleben konnte ich eine Vielzahl an neuen Erfahrungen sammeln. Im Marketingprojekt arbeiteten sechs weitere Kommilitonen und ich beispielsweise eng mit einer lokalen Café-Kette namens Casa Lapin zusammen. Dabei haben wir gemeinsam für das Management des Unternehmens ein Marketingkonzept für deren neuste Filiale entwickelt, das konkrete Vorschläge enthält, die innerhalb eines Jahres umsetzbar sind. Das Analysieren der aktuellen Situation, die Entwicklung von praktischen Ansätzen und die abschließende Präsentation waren eine sehr gute Vorbereitung für unser späteres Berufsleben. Zudem fand während des Semesters eine große Berufsmesse auf dem Campus statt, bei der viele namenhafte internationale Firmen ihre Stände aufgebaut hatten. Hier bot sich die die Gelegenheit, um persönlich mit deren Personalern zu sprechen und im Anschluss Kontaktdaten auszutauschen.

#Welche Erlebnisse ich nie mehr vergessen werde 

Die Erlebnisse, die ich in dieser Zeit gemacht habe, sind unwahrscheinlich zahlreich und schön. Einer der schönsten Momente in Thailand war sicherlich, als ich selbst kennenlernen durfte, was thailändische Gastfreundschaft eigentlich bedeutet. Mit einem Minivan bin ich zusammen mit anderen Studenten zur kleinen Insel Koh Sameth östlich von Bangkok gefahren. Am ersten Abend, den wir noch auf dem Festland verbrachten, waren wir auf der Suche nach einem günstigen Restaurant. Als wir an einem Restaurant nach dem Studieren der Karte weiterziehen wollten, kam ein älterer Mann auf uns zu. Nachdem wir ihm erklärt hatten, dass wir als Studenten ein günstiges Restaurant suchen, versprach er uns extra große Portionen zum günstigeren Preis zu machen. Wir dachten zunächst es würde sich bei dem Herrn um den Restaurantchef handeln und setzten uns. Wir bestellten alle eine Portion Reis mit Gemüse und freuten uns, dass das Versprechen eingehalten wurde und wir extra große Portionen serviert bekamen. Zusätzlich zu den größeren Portionen bekamen wir eine Platte mit Fleisch und gebratenem Gemüse. Außerdem brachte uns der Mann Wasser.

Der Mann mit dem Namen Frank setzte sich zu uns, erzählte uns, wie er im Vietnamkrieg für die Amerikaner als Übersetzer arbeitete, erklärte uns die Grundelemente des Buddhismus und hörte sich unsere Reisepläne aufmerksam an. Nach dem Essen erfuhren wir, dass Frank gar nicht der Restaurantchef war und er am Ende für unser Essen mehr zahlte als wir selbst. Doch damit nicht genug, der Mann lud uns ein, seine Unterkunft zu besichtigen und bot uns an, dort umsonst zu übernachten, wann und wie lange wir auch immer wollten. Zu schade, dass wir bereits ein Hotel gebucht und bezogen hatten, sodass wir ihm diese Freude nicht machen konnten. Franks Begründung für all das: Er wird in ein paar Jahren eh sterben und da bringt ihm das Geld nichts mehr. Außerdem erinnerten wir ihn an seine Jugend und seine Tochter, die im Ausland lebt. Das ist nur eine der besonderen Begegnungen mit Einheimischen, die ich in Thailand gemacht habe und die mir immer in Erinnerung bleiben werden.

In diesem Sinne kann ich nur nochmal wiederholen: Jederzeit wieder. Und allen, die sich noch nicht sicher sind, kann ich nur eines raten: Ein Auslandssemester wird euer ganzes Leben in vielerlei Hinsichten positiv prägen. Macht euch weniger Gedanken darüber, was alles schief gehen könnte, sondern nutzt lieber die einmalige Chance und geht in ein neues Land und lasst euch voll und ganz darauf ein. Ich bin mir sicher, ihr werdet nicht enttäuscht werden!

Die Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.