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Von der Idee zur Wirklichkeit

Wenn man sich dafür entscheidet Maschinenbau zu studieren, muss man sich in erster Linie über Eines im Klaren sein: Das Studium ist kein Spaziergang und man muss viel tun, um gute Noten zu erzielen. Als ich mich für das Studium entschied, dachte ich nicht im Entferntesten daran einmal ein ganzes Semester in englischer Sprache zu studieren. Ich wollte mein Studium einfach nur mit guten Noten absolvieren und das, dachte ich, würde schon schwierig genug sein.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Wenn man aber in einem international tätigen Unternehmen arbeitet, kommt man immer wieder mit der englischen Sprache und ausländischen Niederlassungen in Kontakt. So kam in mir der Gedanke, mein Studium ein bisschen mehr international auszulegen, immer mehr auf. Nach dem Besuch von einer Informationsveranstaltung und diversen Gesprächen mit meinen Studiengangsleitern war ich dann irgendwann fest entschlossen ein Auslandssemester zu machen!

Ich wollte mein Englisch verbessern und internationale Erfahrungen sammeln um später meinen Beruf auch in dieser Richtung ausüben zu können. Zudem sehe ich mich auch als eine Art Wegbereiter für nachkommende Studenten. Denn es ist im Studiengang Maschinenbau sehr schwierig eine gleichwertige Universität im Ausland zu finden.

Als es dann schließlich so weit war und ich in den USA ankam wurde ich gleich zu Beginn herzlich empfangen. Die Amerikaner interessieren sich sehr für Leute aus dem Ausland und es war überhaupt nicht schwer in erste schöne Gespräche zu verfallen. Ich war in den ersten Stunden und Tagen dort auch so von neuen Eindrücken überflutet, dass ich es gar nicht richtig realisierte, wie weit ich eigentlich von zuhause weg bin. Ich habe es erst immer vor dem Einschlafen richtig wahrgenommen, dass ich jetzt die bisher längste Zeit von zuhause weg sein werde.

Ich entschied mich dafür, (richtig klassisch) wie die meisten Studenten, auf dem Campus in Zweierzimmern zu leben. Die Zimmer sind dort oft sehr teuer aber man kann, gegen einen ordentlichen Aufpreis, auch in einem Einzelzimmer wohnen. Als ich mein Zimmer einen Tag nach meiner Ankunft bezog, meinen Zimmerkollege und auch schon andere Studenten kennenlernte, wurde mir schnell klar, dass sich das amerikanische Studentenleben sehr von dem deutschen unterscheidet. Man lebt hier in einer großen Community, trifft sich oft in Gemeinschaftsräumen im Wohn- und Studentenhaus und isst gemeinsam in der Universitätsmensa. Man lernt dadurch sehr schnell viele neue Leute kennen, hat gemeinsam viel Spaß und unternimmt tolle Ausflüge. Im Gegensatz zu vielen deutschen Universitäten sind in Amerika oft alle Gebäude auf einem zentralen großen Campus, wodurch ganz andere Dimensionen entstehen. Ich selbst habe zuvor noch nie einen so großen Campus gesehen. Dennoch ist der Campus sehr schön angelegt und man findet alle Gebäude und Räume sehr zügig.

Etwas schwierig waren für mich lediglich die ersten paar Tage, da ich noch nicht viele Leute kannte und noch einige Organisationsschwierigkeiten hatte. Zudem reiste ich allein. Kontakt zu Freunden und Familie aus der Heimat hilft da aber sehr und baut auf. Außerdem erhielt ich von meiner Gastuniversität bei allen möglichen Schwierigkeiten mehr als vorbildliche Hilfe, wodurch ich mich immer unterstützt fühlte.

Auch wenn man so eng mit anderen Studenten aus einer fremden Kultur zusammenlebt, ist es manchmal erforderlich mit Leuten auszukommen, die man sonst überhaupt nicht zu seinem Freundeskreis zählen würde. Das ist aber zum Beispiel eine der vielen Erfahrungen, wodurch sich die eigene Persönlichkeit und das interkulturelle Verständnis, während eines solchen Aufenthaltes, enorm weiterentwickeln.

Ich bin nun seit 2.5 Wochen hier und kann im Großen und Ganzen nur positives berichten. Man muss hier zwar genauso viel für das Studium tun wie in der Heimat, doch wenn man sich privat und schulisch auf das neue Umfeld einlässt, dann erlebt man so einiges, das man eigentlich nur aus den amerikanischen Filmen kennt …

Marius Johannes Ullrich

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

 

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