Praxisphase in Schweden

Nachdem ich die ersten drei Monate meines 4. Praxissemesters in Indien verbracht habe, habe ich mich entschieden die übrigen drei Monate in Schweden zu arbeiten. Ich bin Dualer-Student der Firma SKF GmbH und angestellt am Standort Schweinfurt. Nach dem mehr oder weniger starken Kulturschock in Indien war Schweden kein Problem mehr und es hat sich zum größten Teil wie Deutschland angefühlt.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Die Gründe, warum ich eine Praxisphase in Schweden verbringen wollte waren zum einen die persönliche Weiterentwicklung in Teamfähigkeit und der Umgang untereinander, wobei die Verbesserung meiner Englischkenntnisse auch eine große Rolle gespielt hat. Zum anderen finde ich die Natur in Schweden sehr schön und ich wollte andere Kulturen kennenlernen. Abgesehen von der schwedischen Kultur konnte ich mir noch einen Einblick in die französische und irakische Kultur verschaffen, da meine beiden Arbeitskollegen, mit denen ich an vielen Projekten gemeinsam arbeiten durfte aus diesen Ländern stammen. Der Standort Göteborg, an dem ich beschäftigt war ist der Hauptsitz der Firma SKF, weshalb sich dort viele Menschen aus allen Regionen der Welt befinden um zum Beispiel wissen auszutauschen.

Die ersten Tage in einem fremden Land, in dem alles neu ist und man sich erst einmal zurecht finden muss sind immer etwas schwierig, aber fangen wir doch mal am Anfang an. Da Schweden generell eine sehr teures Land ist, ist das Mieten eines Zimmers in einer Wohnung sicherlich die einfachste und billigste Möglichkeit während einer Praxisphase zu Wohnen. Bei der Suche unterstützen Webseiten, Facebook Gruppen oder die Personalabteilung des dortigen Firmenstandorts. Ich selbst bin über Studenten aus einem älteren Jahrgang auf mein Zimmer aufmerksam geworden und muss sagen, dass ich mit meiner Wohnung, dem Zimmer und den Vermietern super zufrieden bin. Die Wohnung ist in einem mehrstöckigen Haus in den obersten beiden Etagen, wobei die Vermieter ihr Schlafzimmer, Wohnzimmer und Bad in der obersten Etage haben und mein Zimmer, ein eigens Bad und Wohnzimmer und die gemeinsame Küche auf der unteren Etage sind. Die Wohnung ist sehr nah an der Stadt, sodass ich in weniger als 10 Minuten am Hauptbahnhof bin. Abgesehen davon bietet ein Spaziergang in die entgegengesetzte Richtung einen atemberaubenden Einblick in die Natur Schwedens mit vielen Wäldern und Seen.

Den größten Teil des Transports habe ich bereits von Deutschland aus geplant und zum Teil auch schon gebucht. Ich bin von Frankfurt aus nach Göteborg mit Lufthansa geflogen. Vom Airport dann mit dem Flygbussarna, für den ich das Ticket schon in Deutschland über die gleichnamige App gebucht habe zum Hauptbahnhof gefahren und von dort aus mit einem Bus zu meiner Wohnung. Der gesamte öffentliche Nahverkehr ist über das Unternehmen „Västtrafik“ geregelt. In der zugehörigen App ist wird das gewünschte Ticket ausgewählt und kann sofort genutzt werden. Ebenfalls ist es möglich über die App seine Route einzugeben. Dann wird einem angezeigt, mit welchen Linien man wann zu seinem Zielort kommt. Ein nützliches Feature ist, dass man sich bei dieser Routenplanung über Google Maps anzeigen lassen kann, wo genau sich die Haltestelle befindet, die hier in Göteborg alle mit Großbuchstaben beschriftet sind.

Unerlässlich sind Kreditkarten hier in Schweden. Überall wird mit Kreditkarte bezahlt und ich habe in meinen ersten beiden Wochen hier kein einziges Mal Bargeld gesehen. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass die Kreditkarte keine Fremdwährungsgebühren verlangt, da es ansonsten ziemlich teuer werden kann. Ich habe mich damals für eine Kreditkarte der DKB entschieden und war damit sehr zufrieden. Allerdings war es mit dieser Kreditkarte nicht möglich, Fahrtickets in der Västtrafik App zu kaufen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich zwei Kreditkarten zu haben, eine Mastercard und eine Visa. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber macht einem das Leben einfacher.

 

Über die Schweden kann man noch erwähnen, dass es eher ein zurückhaltendes und etwas schüchternes Volk ist. Das bedeutet, dass man selbst auf die Personen zugehen muss um Gespräche zu beginnen. Aber schon nach einer Woche fühlt man sich wie daheim.

Im Bezug auf die Versorgung wurde mir das Mittagessen in der Firma gestellt und ich musste mich lediglich um Frühstück und Abendessen kümmern. Da die Preise in den Restaurants im Vergleich zu Deutschland sehr teuer war ich mehr oder weniger dazu gezwungen für mich selbst zu kochen. Der Spaß beginnt hier schon beim Einkaufen. Der hier sehr oft vertretene Supermarkt „ICA“ ist ziemlich teuer, weshalb es sich rentiert einen Lidl aufzusuchen. Die Produkte im Supermarkt sind ausschließlich schwedisch beschriftet, weshalb die ersten Einkäufe auch etwas länger gedauert haben. Generell muss man sich darauf einlassen sich selbst zu bekochen, dann ist es mit ein paar guten Rezepten auch gar kein Hexenwerk mehr.

Erasmus + Praktikum (SMP)

Ein weiteres Programmziel von Erasmus+ ist es, Studierenden während ihres Studiums oder unmittelbar im Anschluss an ihr Studium (Graduierte) praktische Berufserfahrung im europäischen Ausland zu ermöglichen und dabei die internationale Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen zu fördern.

Studierende können während des Auslandspraktikums ihre persönlichen Fähigkeiten und fachlichen Kenntnisse durch praktische Berufserfahrungen erproben und ausbauen.

Studierende, die ein studienbezogenes Praktikum für einen Zeitraum von mindestens 2 Fördermonaten (60 Tage) aber maximal 3 Fördermonaten (90 Tage) im europäischen Ausland absolvieren, können dafür eine Erasmus+ Förderung beantragen.

Göteborg SKF