Mein Auslandspraxissemester in Wien

Hallo, ich heiße Wiebke und studiere im vierten Semester BWL-Handel am Campus Mosbach. Um tiefere Einblicke in mein Unternehmen, Procter & Gamble, zu bekommen, habe ich drei Monate in der österreichischen Niederlassung von Procter & Gamble in Wien verbracht.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Ein Grund, weshalb ich mein duales Studium bei Procter & Gamble mache, ist die Internationalität des Unternehmens. In der deutschen Zentrale in Schwalbach am Taunus bei Frankfurt am Main konnte ich in meinem ersten Studienjahr bereits viele Einblicke sammeln und mit Menschen aus unterschiedlichsten Hintergründen zusammenarbeiten. Dass ich neben einem Auslandssemester in der Theorie auch in der Praxis Erfahrungen im Ausland sammeln wollte, stand für mich schon zu Beginn des Studiums fest. Die ersten vier Monate in diesem Jahr habe an der Grand Valley State University in Grand Rapids, Michigan verbacht, um die amerikanische Kultur meines Unternehmens besser verstehen zu können. Nachdem ich im Anschluss an mein Semester in Michigan noch zwei Wochen durch die Staaten gereist bin, ging es für mich direkt weiter nach Wien.

Die Vorbereitungen, die ich vor Beginn meines Einsatzes in Wien zu erledigen hatte, sind im Vergleich zum administrativen Aufwand für die Einreise in die Staaten deutlich begrenzt. Nach Abstimmung mit meinem Unternehmen und der DHBW bezüglich der Erasmus Plus Förderung galt es lediglich, Rücksprache mit meiner Krankenversicherung zu halten, einen Flug zu buchen und eine Unterkunft zu finden.

Diese Punkte waren auch schnell von der Agenda; die Krankenversicherung gilt in der Regel europaweit und Flüge nach Wien sind von mehreren Flughäfen in Deutschland günstig zu finden. Hinsichtlich der Unterkunft bin ich über Wg-gesucht fündig geworden und habe letztlich in einer dreier WG im 1. Bezirk, der Wiener Innenstadt, gewohnt.

Sprachlich gab es wenig überraschend keine Probleme. Deutsch ist auch in Österreich offizielle Sprache. Zwar muss man bei manchen österreichischen Dialekten genauer hinhören, aber man gewöhnt sich schnell daran. 

Intern heißt das Wiener Office bei uns „Vienna Valley“ – eine Anlehnung daran, dass das man sich in Wien beinah wie in einem Dorf fühlt. Die Wege in der Stadt sind kurz; mit U-Bahn, Bim und Bus sind die meisten Ecken schnell erreichbar. Man hat das Gefühl, dass die Uhren in Österreich etwas langsamer ticken; vieles wird mit mehr Gelassenheit genommen als in Deutschland. Trotzdem ist immer etwas los und an jeder Ecke entdeckt man Neues. Vom „Wiener Grant“ habe ich wenig zu berichten; die Österreicher (auch die Wiener) sind offen, herzlich und nehmen einen mit offenen Armen in ihren Kreisen auf.

Meine drei Monate in Wien waren wunderschön und ich bekomme immer wieder zu hören, dass ich strahle, wenn ich von meiner Zeit dort berichte. Ich konnte nicht nur beruflich tiefere Einblicke bekommen, an spannenden Projekten arbeiten und vieles von den Kollegen im Wiener Office lernen, sondern habe auch tolle Freundschaften schließen können und in Wien ein neues Zuhause gefunden. Rückblickend waren dies sehr prägende Monate in meinem bisherigen Arbeitsleben: ich bin noch selbstständiger geworden, habe zusätzliches Selbstbewusstsein gewonnen und gleichzeitig etwas von der österreichischen Gelassenheit mitnehmen können.

Der Abschied aus dem Office dort war einer der schwierigsten – ein Zeichen dafür, wie sehr ich mich in Wien und im österreichischen Team eingelebt habe. Letztlich kann ich jedem nur empfehlen, auch in der Praxis Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Man lernt nicht nur vieles über das eigene Unternehmen, sondern auch über sich selbst.

Auslandspraktikum mit Erasmus+ (SMP)

Ein weiteres Programmziel von Erasmus+ ist es, Studierenden während ihres Studiums oder unmittelbar im Anschluss an ihr Studium (Graduierte) praktische Berufserfahrung im europäischen Ausland zu ermöglichen und dabei die internationale Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen zu fördern.

Studierende können während des Auslandspraktikums ihre persönlichen Fähigkeiten und fachlichen Kenntnisse durch praktische Berufserfahrungen erproben und ausbauen.

Studierende, die ein studienbezogenes Praktikum für einen Zeitraum von mindestens 2 Fördermonaten (60 Tage) aber maximal 3 Fördermonaten (90 Tage) im europäischen Ausland absolvieren, können dafür eine Erasmus+ Förderung beantragen.

Weitere Information über Erasmus+ Förderung finden Sie hier.

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