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Halbzeit in Südkorea

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Lisanne und ich bin 20 Jahre alt. Seit 2018 studiere ich an der DHBW Mosbach Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt internationales technisches Vertriebsmanagement. Im vierten Theoriesemester hieß es jedoch für mich: „Auf Wiedersehen Deutschland, willkommen Südkorea!“. Mein Semester an der Chung-Ang-University (CAU) in Seoul ist nun schon zur Hälfte rum und ich habe mich mittlerweile an das Leben in Südkorea gewöhnt.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Mein Studienalltag in Seoul ist mit dem an der DHBW kaum zu vergleichen, da die derzeitige Situation nun mal besondere Maßnahmen mit sich bringt. Alles findet online statt, die Mid-Terms wurden je nach Fach durch Gruppenprojekte und Assignments ersetzt und der Austausch mit den Professoren findet per E-Mail oder auf Zoom statt.

Nichtsdestotrotz würde ich sagen, dass ich mich in Südkorea sehr glücklich schätzen kann, da die Lage hier in Bezug auf Corona im Vergleich zu Deutschland relativ entspannt ist. Die Fallzahlen sinken jeden Tag, die Maßnahmen der Regierungen scheinen anzuschlagen und es findet ein öffentliches Leben statt. Dies ermöglicht mir und meinen Kommilitonen, trotz der derzeitigen Situation, das Land zu bereisen und die Kultur Südkoreas besser kennenzulernen.

Eine typische Woche in Südkorea sieht bei mir so aus: montags bis donnerstags versuche ich alle meine Vorlesungen, Hausaufgaben und Projekte zu erledigen und freitags bis sonntags werden neue Orte in Südkorea erkundet. Dies erfordert ziemlich viel Selbstdisziplin, da die Anwesenheit zwar kontrolliert wird und es Deadlines für die Hausaufgaben und Projekte gibt, aber es dennoch von einem selbst abhängt, wie sinnvoll das Videomaterial genutzt wird und wie viel man davon mitnimmt. Einerseits gibt dies einem mehr Freiheiten, wann und wie man seine Aufgaben erledigt, andererseits ist es teilweise auch zeitintensiver, da man nicht mal eben eine Frage in den Raum werfen kann, sondern erstmal eine E-Mail schreiben und auf die Antwort warten muss oder aber sich selbst auf Recherche begeben muss.

In einer anderen Sprache zu studieren fiel mir ehrlicherweise nicht schwer. In meinen Praxisphasen in Deutschland spreche ich auch den ganzen Tag Englisch und war somit schon daran gewöhnt. Das einzige was manchmal ein bisschen merkwürdig ist, ist wenn meine koreanischen Kommilitonen Fragen auf Koreanisch stellen und der Professor diese dann auch auf Koreanisch beantwortet (man muss dazu sagen, dass ich die einzige nicht-Koreanerin in meinem Energie & Umwelt Kurs bin) und ich dann immer nochmal nachfragen muss, worum es denn gerade ging. Auf der anderen Seite werde ich aber auch genau in diesem Kurs immer wieder nach meiner Meinung gefragt und das Thema wird sehr oft auf Deutschland gelenkt, da ich sozusagen einen anderen Blickwinkel auf gewisse Energiethemen mitbringe als meine koreanischen Kommilitonen.

Mittlerweile konnte ich mich auch schon mit mehren Koreanern anfreunden, was gar nicht so einfach ist, da man sie nicht durch den gemeinsamen Unterricht kennenlernen kann, sondern die Kontakte irgendwie anders knüpfen muss. Dadurch konnte ich auch schon gewisse kulturelle Unterschiede kennenlernen, wie beispielsweise, dass eine jüngere Person sich immer von der älteren Person wegdrehen muss, wenn man gemeinsam etwas trinkt, als Zeichen von Respekt. Natürlich haben meine Freunde und ich auch schon Fragen über das ein oder andere Klischee über Koreaner gestellt und waren erstaunt, dass doch sehr viele davon stimmen. Die Themen Schönheitsideale und Schönheitsoperationen sind beispielsweise sehr präsent in Südkorea.

Ich bin sehr glücklich mit meiner Entscheidung trotz Corona-Krise nach Südkorea gereist zu sein, da ich hier bereits so viele neue Menschen, Kulturen und Orte kennenlernen konnte, die ich nicht mehr missen möchte. Ich hoffe, dass der Rest meines Semesters genauso schön ablaufen wird!

 

Blogbeiträge

Hier findet ihr meinen ersten Blogbeitrag.

 

Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

Chung-Ang-University (CAU) in Seoul