// #techieabroad

Halbzeit in Südkorea

Sehr geehrte Leser, ich heiße Josua und komme aus Gaggenau, einer Stadt in der Nähe von Baden-Baden. Ich studiere an der DHBW in Mosbach. Dort belege ich den Studiengang Bauingenieurwesen Projektmanagement mit dem Schwerpunkt Hochbau. Mein Auslandssemester absolviere ich an der Chung-Ang University in Seoul, Südkorea, wo ich am „College of Engineering“ eingeschrieben bin. Mein Major dort ist „Civil Engineering“. Den ersten Blogbeitrag über mein Auslandssemester findet ihr hier.

Von Redaktion DHBW Mosbach

#Andere Sprachen

Da ich in Südkorea studiere und meine Kurse alle auf Englisch sind, lerne ich die koreanische Sprache eher weniger. In manchen Vorlesungen ist es schwierig, die Professoren zu verstehen, da Englisch auch nicht ihre Muttersprache ist. Da ich einen Kurs belege, bei dem einem die Grundlagen in Koreanisch beigebracht werden, habe ich die Gelegenheit, die Sprache wenigstens ein bisschen zu lernen. Es war eine sehr gute Entscheidung, diesen Kurs zu wählen, da nun die ganzen Zeichen und die Schrift einen Sinn ergeben.

#Anderes Studium

Die Unterschiede zwischen dem Studium an der DHBW in Mosbach und dem an der Chung-Ang University sind enorm. Das Studium an der DHBW in Mosbach läuft so ab, dass man meistens von morgens um 9 Uhr bis nachmittags um 16:15 Uhr die Vorlesung besucht und anschließend die Vorlesungseinheiten nacharbeitet und die Hauaufgaben erledigt. Hier in Seoul sieht der Ablauf eines Tages ganz anders aus. Die Vorlesungseinheiten dauern im Regelfall nur 75 Minuten und sind meistens über den Tag verteilt. Einen Kurs hat man oft nur zweimal in der Woche.

An der DHBW gehen die Professoren und Dozenten auf die Studierenden ein und besprechen auch nochmals die aufkommenden Fragen in der Vorlesung. An der Uni in Seoul hat der Professor 75 Minuten Zeit, um seine Unterrichtsinhalte zu vermitteln. Die Nacharbeit jeder einzelnen Stunde, um den Stoff zu verstehen, dauert viel länger.

Der größte Unterschied zwischen der DHBW und der Uni ist der, dass die Gewichtung der Zeit der Anwesenheit und der Zeit für das Selbststudium gegensätzlich ist.

#Mein Alltag

Ein typischer Tag sieht für mich so aus: Ich stehe um 8 Uhr auf und mache mich für die Uni fertig. Diese beginnt entweder um 9 Uhr oder um 10:30 Uhr. Nach den Vorlesungseinheiten arbeite ich meistens direkt die Unterrichtsstunde nach, sodass ich mir das Wochenende für Freizeitaktivitäten freihalten kann. Gegessen wird meistens um 11:30 Uhr in einer Cafeteria. Nach dem Essen wird weiter gelernt oder entspannt, sodass man für die nächste Vorlesungseinheit bereit ist. Die zweite Vorlesung beginnt um 15 Uhr und endet meistens um 16:30 Uhr. Nach der Vorlesung treibe ich oft zum Ausgleich Sport. In der Regel hat die Cafeteria nach dem Sport geschlossen, sodass in der Lobby des Wohnheims Reis mit Thunfisch esse. Nach dem Essen lerne ich weiter, entspanne mich oder tausche mich mit anderen Studenten aus.

#Mein Gastland Südkorea

In meinem Gastland Südkorea gefällt mir die Essenskultur sehr gut. Wenn man in einem Restaurant sitzt und die Südkoreaner beobachtet, fällt einem immer wieder auf, dass sie gemeinsam verschiedene Gerichte oder Beilagen bestellen und diese gemeinsam essen. Meines Erachtens schmeckt einem das Essen besser, wenn man es mit jemandem teilen kann.

Von Südkorea habe ich bis jetzt recht viel gesehen. Ich habe in Seoul drei Gipfel erklommen und einen Ausflug an die DMZ (demilitarisierte Zone) unternommen. Nach den Midterms hatte ich ein paar Tage frei, da meine Prüfungen nur am Montag und Dienstag waren. Nun hatte ich endlich Zeit, mehr vom Land kennen zu lernen. Ich entschloss mich, mit zwei meiner Kommilitonen an den Flughafen zu fahren und den billigsten Flug zu nehmen. Wir landeten im Süden von Südkorea in der Stadt Gwangju. Dort gibt es Grünteeplantagen. Es war sehr interessant, eine solche Plantage zu sehen.

Hier in Südkorea gibt es nicht die gleichen christlichen Feiertage wie in Deutschland, obwohl es hier sehr viele Christen gibt. So besuchten wir am Karfreitag und Ostermontag die Uni. Doch am Montag, den 7. Mai, war ein Feiertag  und ich konnte das Wochenende ausnutzen, um das Land weiter zu besichtigen. Ich reiste in einer Gruppe mit acht Personen auf die Insel Jeju, die sich im Süden von Südkorea befindet. Dort hatten wir ein volles Programm, denn wir wollten den höchsten Berg (Hallasan) von Südkorea erklimmen. Bei einer insgesamt 23km langen Wanderung mit 1200 Höhenmetern hatten wir den Gipfel auf 1950m erreicht. Auf der Insel Jeju entdeckten wir auch ein verlassenes Hotel und mehrere Wasserfälle.

In den nächsten Wochen habe ich noch weitere Feiertage, sodass ich das Wochenende für Entdeckungstouren nutzen kann. In dieser Zeit werde ich die umliegenden Länder von Südkorea besuchen.

Einen Bericht darüber und über Weiteres im Hinblick auf das Auslandssemester könnt ihr in meinem Abschlussbericht lesen (ab ca. Mitte Juli hier online).

Die Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

Chung-Ang University, Seoul, Südkorea