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Halbzeit in Jordanien

Mein Name ist Linda, ich bin 20 Jahre alt und studiere Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt internationales technisches Vertriebsmanagement am Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach. Aktuell verbringe ich mein 4. Theoriesemester an der „German Jordanian University“ in Jordanien. Seit meinem letzten Blogpost hat sich in Jordanien, wie überall auf der Welt, viel verändert.
Anfang März konnte ich noch sehr viel vom Land sehen, ich war zB in der antiken Stadt Jerash und konnte auch die weltbekannte Felsenstadt Petra bestaunen. Außerdem war ich in der Wadi Rum Wüste.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Corona in Jordanien

Ungefähr in der zweiten Märzwoche kam das Coronavirus dann allerdings auch nach Jordanien. Obwohl nur sehr wenige Fälle gemeldet wurden, hat die Regierung schnell reagiert. Alle Schulen und Universitäten wurden geschlossen, Arbeit im Privatsektor eingestellt, die Grenzen dichtgemacht. Nach einer Woche Online-Vorlesungen folgten einige Tage kompletter Lockdown, zu dieser Zeit waren auch die Supermärkte geschlossen und man durfte nur im absoluten Notfall nach draußen. Durchgesetzt werden die Maßnahmen durch starke Polizei- und Militärpräsenz und der Androhung von Gefängnisstrafen bei Zuwiderhandlungen. Die Ausgangsbeschränkungen sind nach wie vor streng, man darf zwischen 10 und 18 Uhr nach draußen um Lebensmittel einzukaufen, alle Geschäfte, Restaurants etc., außer kleine Lebensmittelläden, haben geschlossen. Zwischen 18 und 10 Uhr und Freitag und Samstag ganztägig herrscht eine komplette Ausgangssperre. Außerdem sind die Städte abgeriegelt und auch Autos dürfen nicht benutzt werden, sofern man nicht eine spezielle Sondergenehmigung hat.

Aber die strengen Maßnahmen zeigen Wirkung. Die Regierung hat angekündigt, dass die Ausgangssperre aufgehoben wird, wenn 14 Tage in Folge keine neuen Fälle im Land auftreten. Aktuell haben wir jetzt seit drei Tagen keine Neuansteckungen, aber man weiß natürlich nicht, wie sich das Ganze entwickelt.

Online-Unterricht

Mittlerweile habe ich schon seit 6 Wochen Online-Vorlesungen, was zum Glück auch sehr gut funktioniert. Die Professoren geben sich große Mühe auf die besonderen Umstände einzugehen. Statt Midterms gibt es jetzt viele benotete Hausaufgaben und Projekte, die man erledigen muss. Die Uni geht allerdings davon aus, dass die Final Exams Anfang Juni wie geplant stattfinden können.  

Ramadan

Am Abend des 23. April beginnt der Fastenmonat Ramadan. Da Jordanien ein islamisches Land ist, gelten hier während Ramadan besondere Regeln, z.B. darf man tagsüber nicht in der Öffentlichkeit Essen und Trinken. Auch der Stundenplan an der Uni verändert sich, die Vorlesungen an sich sind kürzer und auch der gesamt Schultag wird verkürzt, um den fastenden Studenten und Mitarbeitern den Alltag zu erleichtern.

Abends treffen sich normalerweise die Familien im großen Kreis zum gemeinsamen Abendessen. Ich bin gespannt, ob die Lage es vielleicht in einigen Wochen zulässt, dass ich an einem solchen Abendessen bei Freunden teilnehmen kann, da dies bestimmt eine sehr schöne Erfahrung wäre.

Alles in allem bin ich trotz der aktuellen Situation sehr glücklich, dass ich mich für ein Auslandssemester im Allgemeinen und für Jordanien im Besonderen entschieden habe und hoffe, dass ich vor meiner Abreise noch ein paar Orte, wie das Tote Meer, besuchen kann.

Blogbeiträge

Hier findet ihr meinen ersten Blogbeitrag.

Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

German Jordanian University
Bild des Benutzers Volker Siegismund

Volker Siegismund

23.04.2020 11:51
Hallo Frau Pleninger, herzlichen Dank für den sehr beeindruckenden Bericht und die Bilder. Ich hoffe, dass sich die Situation bald ein wenig entspannt und Sie auch noch ein wenig von Land und Leuten mitnehmen können!!! Weiterhin: Gutes Durchhalten :-)