// Nina Kollmar, BWL- Internationaler Handel, DHBW Mosbach (14.02.2019 - 14.04.2019)

Erfahrungsbericht Auslandseinsatz in der Praxisphase bei Bechtle Brüssels NV

Hallo zusammen - mein Name ist Nina Kollmar und ich bin im 5. Semester meines dualen Studiums an der DHBW Mosbach. Vor einigen Wochen bin ich von Brüssel zurückgekommen. Hier habe ich 2 Monate in einer Tochtergesellschaft meines dualen Partners (Bechtle AG) gearbeitet. Da ich ein duales Studium mache und meine Studienrichtung BWL- Internationaler Handel ist, war für mich klar, dass ich auch Internationalen Bezug haben möchte. Deswegen habe ich mich an das HR bei Bechtle gewandt, um nachzufragen, was hier in Betracht kommt.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Vorbereitung

Schon einige Studenten vor mir haben eine Praxisphase bei einer Niederlassung der Bechtle AG im Ausland gemacht. Deren Erfahrungsberichte durfte ich mir durchlesen, um zu entscheiden ob ein Auslandsaufenthalt auch etwas für mich ist. Nach einem Gespräch mit der HR Abteilung und der Besprechung der Rahmenbedingungen, sollte ich mir überlegen, welche Auslandsgesellschaften in Frage kommen. Ich entschied mich für Bechtle Brüssel NV. Da ich bereits in dem Geschäftsbereich öffentliche Auftraggeber eine Praxisphase verbracht habe und ich englisch und französisch spreche, hat das für mich am besten gepasst.

Frau Rohne besorgte mir die Kontaktdaten des Geschäftsführers der Gesellschaft in Belgien. Diesen kontaktierte ich darauf hin per Mail und fragte an, ob es möglich sei, zwei Monate bei Ihnen zu arbeiten. Der Geschäftsführer antwortete mir bereits einige Minuten darauf, dass dies in Ordnung geht. Somit konnte ich mit den Vorbereitungen für meine Praxisphase in Brüssel beginnen.

Zunächst musste ich abklären, welchem Team ich in Brüssel zugeteilt werden würde und was für Aufgaben ich bearbeiten werden würde. Als Kontaktperson wurde mir die Assistentin des Geschäftsführers zugeteilt, die innerhalb ihres Teams meine Zugehörigkeit abklärte und mir wichtige Informationen zukommen ließ.

Wohnungssuche

Die Assistentin half mir außerdem bei der Suche einer Wohnung. Sie empfahl mir einige Webseiten, auf denen ich nach einer passenden Unterkunft suchte. Dies stellte sich als sehr schwierig heraus, da ich eine Wohnung für zwei Monate suchte und die meisten Mieter ihre Wohnung für einen längeren Zeitraum vermieten. Einige Wochen vergingen und ich versendete zahlreiche Anfragen aber bekam nur Absagen aufgrund des kurzen Zeitraums oder da die Vermieter einen persönlichen Besichtigungstermin forderten. Dann endlich bekam ich eine Einladung zu einem Skype Interview mit den Bewohnern einer 5er WG im Stadtzentrum. Ich fand die Wohnung über eine Facebook Gruppe. Das Skype Interview verlief gut und die Mitbewohner machten einen netten Eindruck. Die Miete war mit 650 inklusive Nebenkosten pro Monat zwar etwas teuer, aber ich war einfach froh, dass ich eine Wohnung gefunden hatte, dass ich den Mietvertrag einige Tage später unterschrieb.

Erasmus +

Wie bereits erwähnt, ist die Miete für ein Zimmer in einer 5er WG nicht gerade billig, aber in Brüssel muss man mit solchen Preisen rechnen. Da zu der Miete aber auch noch Kosten für Transportmittel, Lebensmittel und andere Kosten kommen, war ich sehr froh zu hören, dass es ein Förderprogramm für Auslandspraktikanten gibt. Die DHBW hat sogar eine eigene Ansprechperson, die sich um das sogenannte Erasmus + kümmert. Ich nahm mit ihr Kontakt auf und sie gab mir sehr schnell alle wichtigen Informationen zu dem Programm. Um die Förderung zu erhalten, die je nach Land variiert (für Belgien sind es 380 € pro Monat), musste ich einen Sprachtest absolvieren und einige Dokumente ausfüllen lassen. Man muss sich um einiges kümmern und es gibt immer wieder Deadlines, jedoch wird man sehr gut von der DHBW unterstützt. Auch nach Rückkehr muss man noch einige Formulare ausfüllen lassen und den selben Sprachtest noch einmal durchführen, um die letzte Rate zu erhalten.

Ankunft in Brüssel und erster Arbeitstag

Mitte April ging es dann mit dem Zug los nach Brüssel. Mit zwei großen Koffern musste ich erst einmal meine Wohnung finden und mich in meinem neuen Zuhause einrichten.
Am Tag darauf stand schon mein erster Arbeitstag bei Bechtle Brüssel NV an. Mit der Metro fuhr ich in das Europaviertel, hier ist Bechtle Brüssel stationiert. Ich hatte zunächst Schwierigkeiten das Büro zu finden, da das Bechtle Büro in einem co-working space ist. Das bedeutet, dass mehrere Unternehmen und Freelancer in dem Gebäude ihr Büro haben. Nachdem der Concierge mich aufklärte, fuhr ich in den achten Stock und wurde hier bereits freundlich von einer Kollegin von Bechtle Brüssel empfangen.

Bechtle Brüssel NV

Bechtle Brüssel ist mit regionaler Präsenz und überregionaler Stärke Ansprechpartner für Agenturen, Institutionen und Einrichtungen der Europäischen Union. Um sich bestens auf die 50 EU-Institutionen und 30 Dienststellen in 28 Ländern konzentrieren zu können, wurde 2011 dieser Bereich gegründet. Bechtle Brüssel besteht aus ca. 20 Mitarbeiter, die Abteilung ist im letzten Jahr stark gewachsen und wird sich auch in den nächsten Monaten vergrößern. Innerhalb der Abteilung gibt es drei Teams. Das SIIDE Team, das Bechtle Software Team; daneben gibt es das DIS Team, welches für database zuständig ist und das MEQIV Team, das ist zuständig für Mobile Equipment. Alle drei dieser Teams haben zum Ziel, den Kunden zu unterstützen und für ihn Bestellungen auszuführen, ihn bei Problemen weiterzuhelfen und innerhalb des Rahmenvertrags als Kundenservice zu agieren. Zu Beginn wurde mir jedes Team vorgestellt und ich bekam einen Überblick über die Aufgaben und den Aufbau von Bechtle Brüssel. Ich unterstütze das SIIDE Team, das in den letzten Monaten 4 Mitarbeiter dazu bekam und sehr viele Kundenanfragen bekam. Im Laufe der zwei Monate lernte ich wie man Kundenanfragen im Navision anlegte, sowie das Erstellen von Angeboten und Aufträgen. Außerdem durfte ich bei einigen internen Qualitätsmanagement Audits teilnehmen, was auch sehr interessant war.

Atmosphäre innerhalb des Teams

Ich fühlte mich sofort super wohl innerhalb des Teams, ich wurde herzlich willkommen und habe auch direkt Freundschaften mit einigen Kollegen geschlossen. In der Mittagspause machte fast das ganze Team gemeinsam Pause. Ich erlebte hier eine super Stimmung mit einem internationalen Team. Untereinander wird englisch gesprochen, mit manchen Kunden wird dann aber auch mal auf Französisch, Spanisch, Niederländisch, Tschechisch oder andern Sprachen gesprochen.

Ich hatte sehr viel Spaß bei der Arbeit, jeder unterstützte den anderen und es herrscht einfach eine tolle Atmosphäre. Die zwei Monate vergingen wie im Flug und ich habe mich jeden Tag gefreut zur Arbeit zu kommen. Der Abschied fiel mir dementsprechend ziemlich schwer, da ich eine tolle Zeit bei Bechtle Brüssel hatte, die Stimmung innerhalb des Teams super war und mir einige Kollegen sehr ans Herz gewachsen sind.

Leben in Brüssel

Mir hat Brüssel sehr gut gefallen, man kann viel unternehmen und trotzdem ist die Stadt nicht allzu groß. Ich konnte fast alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen, aber es gibt auch ein sehr gutes Metro und Tram Netz. Am Wochenende kann man hier Museen besuchen, auf Märkte gehen, das Atomium besuchen, Shoppen gehen oder einfach auf dem Grand Place, das Herzstück von Brüssel, flanieren und das Geschehen beobachten. Daneben ist Brüssel oder Belgien bekannt für Pralinen, in Brüssel gibt es eine Vielzahl an Chocolatiers. Ich nahm mit ein paar Freunden an einem Schokoladen Workshop teil. Wir lernten, wie man gute Schokolade von billiger, industriell hergestellter Schokolade unterscheiden kann und durften auch selbst Pralinen herstellen.

Außerdem ist Belgien bekannt für seine Vielfalt an Biersorten. Im Delirium, einer Kneipe, gibt es mehr als 2000 verschiedene Biersorten und hat sich somit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde verdient.
Nach einigen Wochen hatte ich dann alle Sehenswürdigkeiten in Brüssel abgehakt. Das ist jedoch kein Problem, da man von Brüssel aus viele Tagesausflüge machen kann. So war ich beispielsweise einen Tag in Brügge, das „Venedig des Nordens“, mit vielen kleinen Kanälen, sowie in Antwerpen und Gent, auch zwei wunderschöne belgische Städte. Auch die Metropolen wie Amsterdam, London und Paris sind mit dem Zug innerhalb von weniger als 4 Stunden erreicht.

In den zwei Monaten wurde mir auf jeden Fall nicht langweilig und auch trotz des regnerischen Wetters und des kalten Windes war es ein tolles Erlebnis.
Durch die unzähligen Institutionen der Europäischen Union ist die Stadt sehr international. Es gibt sehr viele Studenten und Praktikanten aus ganz Europa. Bei einer WG Party konnte ich viele neue Menschen kennen lernen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen. Alle waren begeistert von Brüssel, da die Stadt vor allem für junge Menschen viel zu bieten hat.

Ich kann jedem empfehlen eine Praxisphase im Ausland zu absolvieren! Es ist zwar mit viel Vorbereitung verbunden, aber es lohnt sich. Ich habe neue tolle Kollegen kennen gelernt und in einem internationalen Team gearbeitet.

Auslandspraktikum mit Erasmus+ (SMP)

Ein weiteres Programmziel von Erasmus+ ist es, Studierenden während ihres Studiums oder unmittelbar im Anschluss an ihr Studium (Graduierte) praktische Berufserfahrung im europäischen Ausland zu ermöglichen und dabei die internationale Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen zu fördern.

Studierende können während des Auslandspraktikums ihre persönlichen Fähigkeiten und fachlichen Kenntnisse durch praktische Berufserfahrungen erproben und ausbauen.

Studierende, die ein studienbezogenes Praktikum für einen Zeitraum von mindestens 2 Fördermonaten (60 Tage) aber maximal 3 Fördermonaten (90 Tage) im europäischen Ausland absolvieren, können dafür eine Erasmus+ Förderung beantragen.

Weitere Information über Erasmus+ Förderung finden Sie hier.

Brüssel