Erfahrungsbericht 2 – Winter Quarter – UCSB Santa Barbara (Kalifornien)

Ich heiße Daniel Henninger und studiere Wirtschaftsingenieurwesen mit der Vertiefung Internationales Technisches Projektmanagement an der DHBW Mosbach. Nach dem ersten Bericht über das Fall Quarter ist dies nun der anschließende zweite Bericht über den Zeitraum des Winter Quarters. Beide Auslandssemester habe ich an der University of California Santa Barbara (UCSB) verbracht. Der Winter Quarter welcher mein sechstes Theoriesemester an der DHBW Mosbach ersetzte, fand von Januar bis März 2020 statt.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Nach Abschluss des Fall Quarters stand zunächst die Winterpause an. In diesem Zeitraum zwischen dem Fall und Winter Quarter bereiste ich mehrere Großstädte und Landschaftsteile von Kalifornien und dem Nachbarstaat Nevada. Über die Weihnachtszeit reiste ich zunächst erneut nach Las Vegas. Es war das erste Mal, dass ich Heiligabend nicht zuhause in Deutschland mit der Familie verbringen konnte. Das Weihnachtsfest in der Stadt der unzähligen Casinos war komplett verschieden zu Deutschland, hatte aber auch seinen ganz eigenen Charme. Auf der Rückfahrt von Las Vegas nach Santa Barbara durchquerte ich mit Freunden den Death Valley National Park. Dort konnte ich eine extrem beeindruckende Landschaft bestaunen. Wie aus vielen amerikanischen Filmen bekannt, waren viele der Straßen einfach unzählige Meilen gerade aus. Eine ewig flache Landschaft mit kaum sichtbaren Bergen am Horizont machte die Fahrt einmalig. Die staubige und trockene Landschaft rechts und links der Straße verriet den Grund des Namens.
Nach einem kurzen Aufenthalt in meinem Apartment in Isla Vista ging es weiter nach San Francisco. Dort verbrachte ich den Jahreswechsel. Das Jahr 2020 in einer so schönen Stadt beginnen zu können war ebenfalls ein unvergessliches Erlebnis. Die Silvesternacht verbrachte ich an der Oakland Bay Bridge. Dort wurde von einem Schiff ein riesiges Feuerwerk gezündet. Dieses war mit Abstand das Größte und am längsten andauernde Feuerwerk meines bisherigen Lebens. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Silvesternächten in Deutschland, wurden in San Francisco lediglich die von der Stadt organisierten Feuerwerke gezündet. Die Menschen der Stadt versammelten sich in großen Mengen in der Nähe der Brücke und bestaunten das Feuerwerk. Ich war begeistert von der tollen und positiven Stimmung in dieser Nacht. Dadurch, dass die Menschen nicht selbst Silvesterknaller anzünden durften, feierten alle gemeinsam auf der Straße und jeder konnte so den Moment viel besser genießen. Allerdings hatten diese tolle Nacht und der Aufenthalt in San Francisco am nächsten Tag ein ärgerliches Ende. Unbekannte hatten in der Silvesternacht meinen Mietwagen aufgebrochen. Glücklicherweise konnten lediglich ein T-Shirt und mehrere Flaschen Wasser geklaut werden. Dieser Vorfall hat mich auf die Zweiseitigkeit der Stadt San Francisco und vielen anderen Großstädten Kaliforniens aufmerksam gemacht. Auf der einen Seite sind die wunderschönen Städte und auf der anderen Seite gibt es auf der Straße immer mehr obdachlose Menschen die den Drogen und der Kriminalität verfallen.
Im anschließenden Winter Quarter von Januar bis März verbrachte ich die meiste Zeit in Isla Vista. Einen größeren Ausflug machte ich noch nach Vancouver. Ich bin sehr froh, dass ich auch ein paar Eindrücke in Kanada sammeln konnte. Kanada unterscheidet sich mit seiner Landschaft und der Persönlichkeit der Kanadier ebenfalls von der USA. In Kanada konnte ich die einzige Schneewanderung meines sechsmonatigen Aufenthalts machen. Auf dem Rückweg von Vancouver nach Santa Barbara machte ich noch einen Zwischenstopp in der Stadt Seattle im Bundesstaat Washington.
Final kann ich sagen, dass ich in der USA und vor allem in Isla Vista über die Monate viele tolle Menschen und Freunde gefunden habe. Die kleine Studentenstadt ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden. Die wunderbare Lage am Meer, die vielen unverwechselbaren Studentenhäuser, die große Universität in der direkten Nachbarschaft und das unverwechselbare Wetter sind nur ein paar der unzähligen Argumente, welche Isla Vista für mich zum schönsten Studienort gemacht haben. Der Aufenthalt hat viel Geld gekostet, aber ich bin unendlich froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Ich bin dankbar, dass ich ein PROMOS-Stipendium erhalten habe. Es hat mit dazu beigetragen, dass dieses Erlebnis für mich überhaupt möglich war. Ein Auslandssemester im Allgemeinen kann ich jedem empfehlen für den es möglich ist. Die Erfahrungen und Eindrücke prägen die Persönlichkeit. Mit den Vorlesungen und Prüfungen auf englisch bin ich viel besser zurechtgekommen wie zu Beginn von mir befürchtet. Mit einem weinenden und lachenden Auge bin ich dann letztendlich Ende März nach Deutschland zurückgekehrt.
 
Daniel Henninger 

PROMOS – Programm zur Steigerung der Mobilität von deutschen Studierenden

Mit PROMOS können Studien- und Sprachaufenthalte von Studierenden durch Teilstipendien, Reisekosten, Pauschalen für Studiengebühren und Zuschüsse zu den Aufenthaltskosten (bei Studienreisen) grundsätzlich weltweit gefördert werden.

Das Mobilitätsprogramm soll solchen Studierenden die Chance zu einem Auslandsaufenthalt bieten, deren Vorhaben oder Zielort in keinem der strukturierten Programme förderbar ist. Bei der Ausgestaltung dieses Programms sind die Hochschulen angehalten, eigene Schwerpunkte in der Förderung zu setzen.

Weitere Informationen über PROMOS finden Sie hier.

University of California Santa Barbara