// Wissenschaftsministerin Bauer auf der Bundesgartenschau

DHBW präsentiert Digitalen Zwilling auf der BUGA

Im Frühjahr besuchte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Bundesgartenschau (BUGA) 2019 in Heilbronn. Auf ihrem Programm stand dabei auch die gemeinsame Ausstellung der Hochschulen der Region zu den Fragen der Zukunft: Wie sieht die Fabrik 4.0 aus? Welche Rolle spielt Digitalisierung im Alltag? Was heißt intelligente Mobilität? Wie verbinden sich Kultur und Technik?

Von Redaktion DHBW Mosbach

„Das ist Technik, die begeistert“, so Theresia Bauer. „Wir brauchen in Zukunft noch mehr Ingenieurinnen und Ingenieure. Dieses Exponat weckt das Interesse an einem Ingenieurstudium.“ Sie sprach dabei über die „Smart Factory“, ein Gemeinschaftsprojekt der Hochschule Heilbronn und der DHBW Mosbach. Sie hoffe deshalb, dass besonders viele Kinder und junge Leute die automatisierte Bepflanzungsanlage starten, so die Wissenschaftsministerin, die mit gutem Beispiel vorausging: Am Tablet wählte sie eine Samensorte, das Bild des BUGA-Zwerges und eine Beschriftung – „Für Mama“ gab auch gleich einen Hinweis, wer ihren Blumentopf als Geschenk erhalten soll. Im ersten Schritt ergriff die Maschine einen Blumentopf und füllte ihn mit Erde. Ein Roboter setzte die Samen ein, bedeckte sie mit Erde und im letzten Schritt beschriftete eine Druckstation den Topf. Nach vier Minuten hielt Theresia Bauer ihren ganz persönlichen Blumentopf in Händen.

Über zwei Großdisplays konnte die Wissenschaftsministerin die Produktion verfolgen. Zum einen zeigte ein sogenannter Digitaler Zwilling die Produktion als 3-D-Modell parallel zur echten Anlage. Auf dem zweiten Bildschirm war zu sehen, welcher Auftrag abgearbeitet wird, welche Bearbeitungsstationen laufen und wie die allgemeinen Statistiken in der Pflanzmaschine aussehen: 22 Töpfe wurden bereits an diesem Vormittag bepflanzt, über das Osterwochenende waren es knapp 400.

Ein digitaler Zwilling ist ein modelliertes Abbild der realen Welt in einem Informationssystem: einer Anlage, einer Maschine, eines Produktes. Dabei ist es möglich, dass das reale Objekt bereits existiert oder in Planung ist. Falls es existiert, werden die Daten zwischen Objekt und Zwilling durch das Informationssystem in Echtzeit synchronisiert. Für Industrie 4.0 und die digitale Produktion ist dies sehr hilfreich.

Christian Kuhn, Professor für Elektrotechnik und Infotronik

Mit der Smart Factory sollen die Besucher den großen Vorteil der Digitalisierung in der Produktion erleben: Jedes Produkt kann individuell gefertigt werden, die sogenannte Losgröße 1, während die Prozesse der Anlage weiterhin vollautomatisiert ablaufen und damit weder zusätzliche Zeit noch mehr Personal benötigt wird. „Für die Unternehmen der ‚Region der Weltmarktführer‘ sind smarte Produktion und Dienstleistungen, wie sie unter dem Stichwort Industrie 4.0 laufen, ein großer Wettbewerbsvorteil“, erklärte die Rektorin Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann.

Über impact.hn

Die Ausstellung IMPACT (*to make an impact: Einfluss nehmen, Eindruck machen oder eine Wirkung ausüben) zeigt den Gästen der Bundesgartenschau die Vielfalt der hiesigen Hochschullandschaft. Als Teil der Stadtausstellung präsentieren sich die Hochschule Heilbronn (HHN), die DHBW-Standorte Mosbach und Heilbronn, das Center for Advanced Studies der DHBW (DHBW CAS), die German Graduate School of Management and Law (GGS) und die Technische Universität München (TUM) mit der TUM School of Management gemeinsam. Mehr dazu unter www.impact.hn.

Auf der einen Seite nutzen Ingenieure digitale Zwillinge für die Entwicklung neuer Anlagen, also bevor die Maschine überhaupt in der Realität existiert. Sie nutzen Simulationsmodelle und können damit konstruieren, programmieren und die Inbetriebnahme testen. Doch auch zur Laufzeit der Anlage nutzt man die digitalen Zwillinge. Dadurch kann man Optimierungen der einzelnen Anlage oder ganzer Prozesse durchführen, ohne den laufenden Betrieb zu stören, oder schnell und transparent Fehlerzustände erkennen. Auch kann man Informationen zur Maschine wie die Dokumentation oder Ersatzteile abrufen. Eine weitere Besonderheit ist, dass jeder mit den entsprechenden Rechten von überall aus darauf zugreifen kann. Für die Wartung einer Anlage ist es damit nicht mehr automatisch notwendig, direkt vor Ort zu sein.

Christian Kuhn, Professor für Elektrotechnik und Infotronik