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Coronavirus in Riverside

Mein letzter Blogeintrag beinhaltet leider keine Fotos, da ich nicht dazu gekommen bin großartig Fotos zu machen. Covid19 hat auch die USA und Riverside nicht verschont. Die Universität hat alle Kurse abgesagt und die Klausuren online abgehalten. Der Campus wurde geschlossen und der Unibetrieb komplett eingestellt. Für mich war das zuerst etwas erfreulich. Keine Vorlesungen mehr und mehr Zeit für anderes.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Allerdings hat man in den USA den Ernst der Lage lange etwas heruntergespielt. Dann ging es langsam weiter. Das Unigym und alle Sportbetriebe wurden eingestellt. Die Rugbyseason wurde abgesagt und das wöchentliche Training verboten. Ab jetzt war Corona für mich eine nervige Angelegenheit. Das in Italien Menschen sterben und die Gesundheitsversorgung immer schlechter wurde, wusste ich nicht. Die Panik in den USA ist vom einen auf den anderen Tag ausgebrochen. Läden waren leergekauft und Bars geschlossen. Meine Pläne, nach dem Semester zu reisen, waren zunichtegemacht und die Fluggesellschaften haben alle meine Flüge abgesagt. Jetzt wurde mir langsam der Ernst der Lage bewusst und als der Travelban von Europa in die USA ausgesprochen wurde, habe ich meine letzten Hoffnungen aufgegeben, noch in den Staaten herumzureisen. Mein Hauptziel war New York, jetzt eine am stärksten von Corona betroffene Region in den USA und ich bin mittlerweile ganz froh, dort nicht gewesen zu sein.

Also buchte ich einen Flug, der mich am 27.3. hätte nach Hause bringen sollen. 5 Tage später wollte ich den Flug überprüfen und stellte fest, dass auch dieser Flug gestrichen wurde. Ich habe also bei der Airline angerufen. Hier wurde mir gesagt, dass alle Interkontinentalflüge gestrichen wurden. Jetzt bekam ich langsam Angst, in den USA festzustecken. Das Auswärtige Amt versicherte zwar, alle Bundesbürger heimzuholen, aber mir war ganz klar, dass die USA nicht als Problemland klassifiziert werden würde und meine Priorität daher gering sein würde. Also beschloss ich sofort abzureisen. Am 19.3. um 20 Uhr prüfte ich, welche Flüge am nächsten Tag gehen würden und stellte fest, dass es nicht möglich war einen Flug für den nächsten Tag zu buchen. Der einzig mögliche Flug ging in 3 Stunden. Sofort alarmierte ich das Rugbyteam und fragte, wer sofort Zeit hat, mich zum Flughafen zu fahren. Es fand sich jemand und auch hier wurde mir klar, dass es eine der besten Entscheidungen meines Auslandsaufenthaltes war, dem Rugbyteam beizutreten. In meiner Not wurde mir sofort geholfen. Ein Uber Fahrer hätte mir sicher nicht beim Zusammenpacken geholfen. In einer Stunde hatte ich fast alles gepackt und den Flug gebucht. Der Weg zum Flughafen war wegen Corona frei von Autos. Hätte es stau gegeben, hätte ich den Flug nie erreicht. Eine Stunde vor dem Abflug traf ich also am Flughafen ein und konnte, als mir gesagt wurde, dass ich tatsächlich fliegen darf, wieder etwas entspannter einchecken. Denn mein Flug hatte einen Zwischenstopp in Kanada und 3h bevor ich den Flug gebucht habe wurden die Grenzen zwischen den USA und Kanada geschlossen. Jedoch konnte ich als Reisender in ein Drittland noch einreisen. Bei meinem 20h Aufenthalt in Toronto habe ich die ersten Ausmaße der Pandemie gesehen. Das Terminal des Internationalen Flughafens Toronto war wie leer gefegt. Alle Ankünfte und Abflüge haben auf einen der vielen Bildschirme gepasst, die sonst gebraucht werden, um nur einen halben Tag an Flugverkehr abzubilden. Als ich endlich in der Maschine nach Deutschland saß und diese das Rollfeld verlassen hatte, konnte ich endlich aufatmen. 8h Flugzeit und ich hatte wieder deutschen Boden unter den Füßen und war noch nie so froh darüber.

Sicher nicht das Ende, dass ich mir erhofft hätte, aber ein Ende meines Semesters, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Blogbeiträge

Hier findet ihr meinen ersten Blogbeitrag und meinen zweiten Blogbeitrag.

Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

University of California, Riverside