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Auslandssemester - Ein Abenteuer in Seoul Teil 2

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Maria und ich bin 20 Jahre alt. Seit dem Sommer 2016 studiere ich an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Standort Mosbach Bauingenieurswesen mit der Vertiefung Hochbau. Meine dazugehörige Ausbildungsfirma ist Züblin  und mein Arbeitsplatz während meiner Praxiszeiten ist an meinem Wohnort, Freiburg im Breisgau. 
Derzeit befinde ich mich (nun schon seit über 2 Monaten) in einem Auslandsemester, welches ich in Süd-Korea, besser gesagt an der Chung Ang University in Seoul absolviere. Den ersten Blogbeitrag dazu findet ihr hier.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Viele fragen sich bestimmt, wie das denn so ist, plötzlich in einem anderen Land zu leben, dort zu studieren und dann auch noch in einer anderen Sprache. Deshalb möchte ich euch in diesem Bericht einmal ein bisschen genauer erzählen, wie so ein Leben auf der anderen Seite der Welt abläuft.

#Studium hier vs. dort

Anders als an der DHBW habe ich hier jede Woche den gleichen Stundenplan, und dabei jedes Fach meist zweimal die Woche, immer 1h15min. Insgesamt konnte ich nur vier Fächer belegen, da es speziell für meinen Studiengang etwas schwierig war, passende Kurse zu finden – und in diese reinzukommen. Auch wenn sich das erst einmal nach nicht sehr viel anhört, habe ich schnell gemerkt, dass man hier viel mehr an Nacharbeitungszeit für die Fächer benötigt als in Deutschland. Klar, zum einen liegt das natürlich an der Unterrichtsprache, welche immer English ist, aber auch daran, dass es sich um eine Universität und nicht, wie bei uns, um eine duale Hochschule handelt, hier hat das Selbststudium einen viel höheren Wert.

Auch das Zusammenstellen der Noten am Ende des Semesters unterscheidet sich deutlich von unserem System. Generell werden in jedem Fach immer Midterm und Endterm Exams geschrieben. Wie diese auszusehen haben und wie diese gewichtet werden, kann jeder Dozent für sich entscheiden, meist jedoch setzten sich die Prüfungen zu meinem Leidwesen aus Multiple Choice Fragen zusammen. Gut für die Koreaner, die wirklich alle Sachen einfach wortwörtlich auswendig lernen und das Tag und Nacht, eher schlecht für uns internationale Studenten, die es mehr gewöhnt sind, die Logik dahinter zu verstehen und die gelernten Dinge anzuwenden. Erschreckend ist sowieso, unter welchem enormen Leistungsdruck die koreanischen Studenten stehen und wie enorm viel sie nicht nur vor den Prüfungen lernen. Der beste zu sein ist hier oberste Priorität. Der Erwartungsdruck ist definitiv stärker als in Deutschland, auch deshalb habe ich viele Koreaner in meinen Kursen, welche kaum English können aber trotzdem den Kurs gewählt haben, da er sich auf ihrem Abschluss-Zeugnis besser macht.

Wie auch an der DHBW herrscht in allen Fächern Anwesenheits-Pflicht, welche auch sehr streng kontrolliert wird; jedoch müssen meist nur ¾ ( oft auch mehr ) der Unterrichtszeit besucht werden, um am Ende alle Punkte für die Anwesenheit zu bekommen. Denn nicht nur die Mid-und Endterms zählen am Ende in die Note, sondern auch Anwesenheit und teilweise Gruppenarbeiten oder Assignments oder auch Hausaufgaben.

#Mein Tagesablauf

Jetzt will ich euch noch ein bisschen etwas über den Tagesablauf hier erzählen. Wie ihr schon aus meinem letzten Blog-Beitrag wisst, wohne ich in einem Studentenwohnheim auf dem Campus der Universität. Was wirklich sehr von Vorteil ist, denn so stehe ich meist erst kurz vor dem Unterrichtsbeginn auf, esse kurz,  laufe über die Straße und schon bin ich in meinem Kurs. An das „Frühstück“ von unserer Cafeteria im Wohnheim konnte ich mich leider überhaupt nicht gewöhnen, da es dort - typisch für Korea - schon morgens warme Suppe, Reis und überhaupt kein westliches Frühstück, wie wir es kennen, gibt. So bin ich schnell auf Müsli oder Joghurt aus dem Supermarkt umgestiegen. Nach meiner ersten Unterrichts-Einheit am Morgen arbeite ich meist gleich den Stoff nach und fasse ihn zusammen. Dann Mittagessen, welches meist etwas mehr westlich angepasst ist als das Frühstück, dann wieder Nacharbeiten oder auch Vorarbeiten für die zweite Einheit am Nachmittag. Danach gehe ich meist nach Lust und Laune in unser Uni-eigenes Fitnessstudio oder unternehme noch etwas mit Freunden. Abends ist meist immer etwas los, vor allem jetzt, wo es wärmer wird, sitzen wir gerne noch mit anderen internationalen Studenten zusammen oder gehen etwas essen. Gemeinsam etwas mit Koreanern zu unternehmen, ist leider meist eher schwer, da diese sehr schüchtern und zurückhaltend uns gegenüber sind.

So ungefähr sieht mein Alltag Montag bis Donnerstag aus. Ich habe das große Glück, meinen Stundenplan so gelegt bekommen zu haben, dass ich freitags immer frei habe, so steht der Freitag und das Wochenende meist ganz im Zeichen der Freizeit. Dann wird Seoul und seine Umgebung erkundet oder wir machen gemeinsam Tagesausflüge oder sogar Kurz-Trips ins Umland oder auch ins nahe Ausland (Japan, China).

Im Großen und Ganzen genieße ich wirklich die Zeit hier in Seoul und bin immer wieder froh, dass ich diese tolle Chance habe, ein Studium im Ausland machen zu können.

Die Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

Chung Ang University, Seoul, Südkorea