// #techieabroad

Auslandssemester- Ein Abenteuer in Seoul Teil 1

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Maria und ich bin 20 Jahre alt. Seit dem Sommer 2016 studiere ich an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Standort Mosbach Bauingenieurwesen mit der Vertiefung Hochbau. Meine dazugehörige Ausbildungsfirma ist Züblin und mein Arbeitsplatz während meiner Praxiszeiten ist an meinem Wohnort, Freiburg im Breisgau. Gerade verbringe ich ein Auslandssemester in Südkorea.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Schon zu Beginn meiner ersten Praxisphase hörte ich, dass wir, die Studenten der DHBW, die Möglichkeit haben ein Semester, meist das 4., an einer unserer Partnerhochschulen im Ausland zu studieren. Mich begeisterte die Idee von Anfang an, denn ich hatte  schon nach meinem Abitur einige Zeit im Ausland verbracht, und hatte dies genossen wie lange nichts mehr. Außerdem fand ich, dass eine Erfahrung wie ein Auslandsemester, die Chance eine neue Kultur, eventuell sogar eine neue Sprache, neue Menschen und eine neue Sicht auf die Dinge kennen zu lernen, einen extrem für sein späteres Leben, auch Berufsleben, weiter helfen kann.

Aus diesem Grund entschied ich mich, gemeinsam mit drei meiner Studienfreunde, mich auf ein Semester im Ausland zu bewerben. Wir dachten uns, nach Amerika oder Spanien gehen alle, also warum nicht mal heraus stechen und sich nach Seoul an die Chung-Ang University (CAU) in der Hauptstadt von Süd-Korea bewerben. Und tatsächlich wurden wir angenommen, ein Semester an der CAU, mitten in Seoul studieren zu können. 

#Erste Eindrücke

Und dann endlich ging es am 26.02.2018 mit meinem Studienkollegen Josua, von Frankfurt aus los in Richtung Seoul. Schon lange war ich nicht mehr so aufgeregt und voller Erwartungen, wie vor dieser Zeit in Südkorea. Schon der erste Eindruck, als wir am Internationalen Flughafen in Seoul gelandet waren, war beeindruckend. Alles war so durchstrukturiert, geordnet und organisiert, immer egal wo man warten musste, standen alle Reih und Glied ohne Hektik oder Drängeln. Aber es war auch etwas gruselig, dass man erst einmal durch eine Wärmebildkamera laufen musste, die Fingerabdrücke abgeben musste sowie die Augen von einem gescannt wurden. Auch generell hat man das Gefühl, dass jeder Schritt und Tritt von einem beobachtet wird, allein schon wegen den unzähligen Kameras überall.

Vom Flughafen ging es dann direkt mit dem eigenen CAU-Bus zum Dormitory, dem Studentenwohnheim, welches direkt auf dem Campus der Uni liegt.  Eigentlich vom ersten Moment an, habe ich mich dort wirklich wohl gefühlt. Meine Mitbewohnerin ist auch Deutsch, so wird zwar weniger English gesprochen aber irgendwie fühlt es sich wie zu Hause an. Auch, dass alle im Dorm so entspannt und locker sind, beispielsweise nur mit Addiletten, Hausschuhen, Jogginghose oder teilweise sogar im Schlafanzug herum laufen, gibt einen wirklich schnell das Gefühl zu Hause zu sein. Auch durch die enorme Hilfsfreundlichkeit der Koreaner und ihrer höfflichen Art herrscht im Dorm, aber auch auf dem Campus, eine ganz besondere, fast schon familiäre Atmosphäre, welche Heimweh oder ähnliches ganz weit verdrängt. Dieses familiäre, obwohl gefühlt 100.000 Studierende herumlaufen, welche für mich auch geradezu alle gleich aussehen, wird vor allem durch den enormen Stolz der Koreaner auf ihre Uni unterstützt. Fast jeder läuft nur in Uni-eigenen Collegejacken, Pullis, Jogginganzügen oder Jacken herum. Natürlich wollte ich mir schon in der ersten Woche einen Pulli kaufen, um auch ein Teil dieser CAU-Familie zu werden. Wobei auch wenn wir „nur“ Auslandstudenten sind, habe ich mich von Anfang an als Teil des Ganzen gefühlt.

#Die Koreaner und koreanisches Essen

Hingegen vieler Vorurteile habe ich festgestellt, dass wenn die Koreaner Englisch können, wirklich interessiert sind woher man denn kommt und was und warum man denn nach Seoul gekommen wäre. Sogar in der U-Bahn wurden wir teilweise schon angesprochen, da wir Deutsche nicht nur durch unsere Größe ziemlich auffallen.
Eigentlich hatte es mich schon fast überrascht, dass uns außerhalb der Uni Menschen angesprochen hatten, denn normalerweise schauen wirklich alle Koreaner immer und überall auf ihr Handy. Wirklich immer sind sie online, telefonieren oder spielen sie an ihren Smartphones. Selbst beim Laufen muss man aufpassen, dass man nicht plötzlich mit wem zusammen stößt, da die Blicke der anderen ständig nur auf ihre Handys gehen. Das Klischee, welches Korea eine Handynation ist, hatte sich wirklich sofort bestätigt, auch das eigentlich geradezu überall WLAN verfügbar ist stimmt tatsächlich.
Einzig allein mit dem Essen musste und muss ich immer noch ziemlich kämpfen. Da ich leider gar kein Fan von scharf und Fisch bin, gestaltete es sich am Anfang wirklich etwas schwierig mich hier satt zu bekommen. Doch jetzt nach einiger Zeit gewöhne ich mich daran, und bin sogar ein Fan von Sushi geworden. Dennoch freue ich mich immer wieder auch einmal westlicheres Essen wie Burger oder Sandwiches essen zu können. 

 

Im Großen und Ganzen hat mich Seoul in den ersten Tagen wirklich sehr sehr positiv beeindruckt. Es gibt unglaublich viel zu sehen und ich freue mich wirklich auf die nächsten Monate in dieser tollen Stadt.

Die Christian Bürkert Stiftung

Das Stipendium der Bürkert Stiftung, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro DHBW Mosbach verliehen werden kann, fördert Studierende aus dem Bereich Technik während ihres Auslandssemesters. Die Stipendiaten zeichnen sich insbesondere durch ihr fachliches Können aus, setzen sich persönlich für die Belange der Allgemeinheit ein und sind sozial engagiert, an der DHBW oder auch außeruniversitär. Des Weiteren wird bei der Vergabe der finanzielle Bedarf der Studierenden berücksichtigt.

Weitere Informationen zur Christian Bürkert Stiftung gibt es hier.

Chung Ang University, Seoul, Südkorea