// Im Gespräch mit Professor Christian Kuhn

„Elektroingenieure gestalten unsere Zukunft“

Christian Kuhn nennt die moderne Elektrotechnik am liebsten ‚Infotronik‘, denn das Studium vereint die Informatik und Mechatronik, integriert Hard- und Software. Er weiß, wovon er redet, hat er doch in Studium und Beruf beide Welten kennengelernt: Nach einem Studium der Elektrotechnik und einem Diplomarbeitsthema aus dem Bereich der Echtzeit-Simulation folgte eine Promotion in der Informatik am Forschungszentrum Karlsruhe (heute KIT Nord). Anschließend arbeitete er bei SAP, zuerst in der Entwicklung und in der Anwendungsberatung für die Automobilindustrie, danach in der SAP-Forschung als Leiter eines großen Projektes, das als Wegbereiter der Initiative ‚Industrie 4.0‘ gilt. Seit 2011 ist Christian Kuhn Professor an der DHBW Mosbach und forscht und lehrt zu ‚Industrie 4.0‘, dem ‚Internet der Dinge und Dienste‘ und der ‚Arbeit der Zukunft‘. Im Interview verrät er, was eine Glühbirne und ein Smartphone gemeinsam haben - und seine zwei großen Leidenschaften.

 

Von Redaktion DHBW Mosbach

Was hat Sie motiviert, Professor zu werden?

Wissen, das man teilt, vermehrt sich! Indem man lehrt, lernt man selbst sehr viel. Und dazulernen macht einfach Spaß. Der Beruf eines Professors ist sehr vielseitig, spannend, aber auch herausfordernd.
Frei nach Carl Friedrich Gauß: „Es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Besitzen, sondern das Erwerben, nicht das Dasein, sondern das Hinkommen, was den größten Genuß gewährt.“

Warum sollte man heute Ihr Fach studieren?

Elektroingenieure haben mit ihren Ideen und Technologien schon immer den technischen und gesellschaftlichen Fortschritt vorangetrieben, beispielsweise mit Erfindung der Glühbirne im 19. Jahrhundert bis hin zu den Smartphones der heutigen Generation. Sie machen damit unser Leben lebenswerter!

Elektrotechnik findet auch Antworten darauf, wie der Mensch ein Teil des Informationsflusses wird. Damit macht sie den Alltag angenehmer und einfacher – denkt man an Trends wie „Smart Home“ oder „Smart Mobility“. Noch größeren Einfluss hat die Elektrotechnik aber auf die Arbeitswelten der Zukunft, macht sie doch die Tätigkeiten abwechslungsreicher, spannender und das Produkt individueller, indem sie beispielsweise in Echtzeit Informationen über die Abläufe in der „Smart Factory“ liefert – Stichwort Industrie 4.0 sowie Internet der Dinge. Oder Menschen mit Technologien wie ‚Virtual Reality‘ und ‚Augmented Reality‘ einen  Einblick in technische Prozesse gibt. Herausforderungen für die Zukunft gibt es viele – Elektrotechniker sind vorne dabei und gestalten unsere Zukunft aktiv mit!

Was ist Ihnen im Bereich Lehre besonders wichtig?

Immer den Blick auf aktuelle Anforderungen und Lehrinhalte haben und diese auch praxisorientiert (Labore, Seminar, Studienarbeiten) anwenden.

Haben Sie ein besonders wichtiges / schönes / spannendes Forschungsprojekt, das Sie gerne kurz vorstellen möchten?

Die Projekte im Umfeld ‚Industrie 4.0‘ sind alle sehr zukunftsrelevant, besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeitswelt 4.0. Kernthemen hier sind aus technischer Sicht die Einbindung des Menschen in den Informationsfluss und Assistenzsysteme zur Entscheidungsunterstützung für den Menschen.

 

Was sehen Sie als den größten Unterschied zwischen Ihrer Studienzeit und der heutigen Situation der Studierenden?

Wer das Richtige studiert, hat quasi eine Jobgarantie. Das war zu meiner Zeit nicht unbedingt so.

Wie haben Sie Ihr Studium finanziert?

Ferienjobs und Elternunterstützung.

Wie haben Sie zu Studienzeiten gewohnt?

In einem kleinen ‚Wohnklo‘ – aber für mich!

Gibt es eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler, die/der Sie besonders beeinflusst hat?

Thomas Alva Edision und sein Blick auf Innovationen.

In welchem Land könnten Sie sich vorstellen zu leben?

In vielen – aber ich glaube, Deutschland (ggf. Österreich und Schweiz) liegt mir am besten.

Wie verbringen Sie Ihren Urlaub am liebsten?

Andere Länder und Kulturen und Natur kennenlernen!

Sprechen Sie eine „exotische“ Fremdsprache?

Badisches Fränkisch bzw. fränkisches Badisch.

In welches Land würden Sie gerne einmal reisen?

Südamerika fehlt mir noch auf meiner ‚Reise-Landkarte‘!

Welche drei Dinge oder Personen würden Sie auf eine „einsame“ Insel mitnehmen?

Meine Familie, einen Stapel Bücher – und evtl. doch Laptop/Tablet mit Internet-Verbindung. Und das Flugzeug zum zurückfliegen ;-))

Welche Berufe wären für Sie noch in Frage gekommen und warum?

Pilot. Weil Leidenschaft … Reisebuchautor. Weil Leidenschaft ….

Wie würden Sie ein freies Jahr nutzen?

Reisen. Abschalten. Forschen.

Mit welcher historischen Persönlichkeit würden Sie sich gerne einmal unterhalten?

Jesus.

Welches Tier wären Sie gerne?

Adler – die Freiheit der Lüfte genießen.

Welche Gabe / welches Talent würden Sie gerne besitzen?

Die Ruhe und Geduld, Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann – und den Mut, Zeit und Willen, die Dinge zu ändern, die ich beeinflussen kann.

Welchen Charakterzug an anderen Menschen schätzen Sie besonders?

Offenheit und Herzlichkeit

Welchen Charakterzug an anderen Menschen mögen Sie gar nicht?

Egoismus oder Verlogenheit

Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?

Keine Ahnung .. das müssen andere entscheiden!

Verraten Sie uns Ihren größten Fehler?

Ich kann und will schlecht NEIN sagen … und das ärgert mich!

Haben Sie eine (Lieblings-)beschäftigung jenseits von Forschung und Lehre?

Reisen und Fliegen, und am besten beides kombiniert

Welche Musikrichtung hören Sie und welche Interpreten mögen Sie? Spielen Sie ein Instrument? Bei welchen Gelegenheiten?

Höre und mag vieles, spiele aber kein Instrument

Haben Sie ein Lieblingsbuch?

Reiseführer ;-))

Welche Sportarten mögen Sie (aktiv oder passiv)?

Ich habe in meinem Leben bereits 24 Sportarten aktiv ausgeübt, aktuell: Volleyball, Joggen, Bergwandern, Radfahren/Spinning und Flugsport
Passiv: Fußball und Biathlon

Kochen Sie gerne? Nach welchen Rezepten?

Nein, ich esse nur gerne ;-))

Haben Sie ein Lieblingsgericht?

Zu viele …

Gibt es ein Gericht, bei dem es Ihnen graust?

Erbseneintopf

Bevorzugen Sie eine bestimmte Küche?

Abwechslung ist wichtig – sehr gerne auch international (z.B. asiatisch)

Was schätzen Sie an Mosbach?

Klein, aber fein! Und eingebettet in Natur …

Was fällt Ihnen im Vergleich zu Ihrer Heimatstadt besonders an Mosbach auf?

Heimat bleibt Heimat … man kennt die Leute und ist vertraut.

Haben Sie schon einen Lieblingsplatz in Mosbach?

Lektüre (und Korrektur) im Klostergarten bei warmem (nicht heißem!) Wetter

In welchem Zusammenhang ist Ihnen Mosbach das erste Mal aufgefallen?

Durchfahrt mit Stau …

Was ist für Sie Glück?

Das frage ich mich schon mein Leben lang … aber ich fühle mich glücklich!

Haben Sie ein Lebensmotto?

Always look on the bright side of life

Reparieren Sie Ihr Fahrrad selbst?

Ja, wenn‘s geht … und solange es hält …

 

Mehr Infos zum Studium