Mein erstes Software-Projekt im Studium

Stell dir vor, du beendest dein duales Studium und bekommst direkt ein Projekt vor die Nase gesetzt, für das du alleine verantwortlich bist. Du denkst, das ist nicht dein Ding? Dann lies hier, wie die Studierenden des Studiengangs Elektrotechnik auf ihren späteren Berufsalltag vorbereitet werden.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Mein Name ist Rebecca Henn und ich studiere im vierten Semester Elektrotechnik an der DHBW Mosbach. Als ich vor knapp eineinhalb Jahren mein Studium begonnen habe, war mir nicht bewusst, dass sich im Studiengang Elektrotechnik auch so vieles um Informatik dreht. Deshalb möchte ich euch hier einen kurzen Einblick geben, damit es euch nicht genauso geht wie mir.

Im ersten Semester lernen wir die Programmiersprache C++ und das allgemeine Grundwissen rund um PCs. Im zweiten Semester folgen dann Datenbanken und SQL als zugehörige Sprache. Denkt also nicht, ihr habt die Fremdsprachen los, nur weil ihr etwas Technisches studiert. Es macht nur mehr Spaß sie zu lernen und man kann das Erlernte direkt am PC anwenden.

Im dritten Semester verwandeln sich dann deine Dozenten plötzlich in Auftraggeber und bestellen bei dir ein Produkt. Wenn das passiert, dann weißt du, dass es nun erst richtig losgeht, denn dann hat das sogenannte Softwareprojekt begonnen. Mit einem kleinen Koffer, einer Einführungsveranstaltung und dem Wissen, das du dir hoffentlich in den ersten beiden Semestern angeeignet hast, geht es los. Die Idee ist, alles was man gelernt hat nun auch wirklich anzuwenden. Und das in Eigenregie und mit allen Dokumenten und Vorgehensweisen, die es eben benötigt, um ein IT-Projekt erfolgreich abzuschließen. Ziemlich einschüchternd? Du überlegst gerade, ob du das wohl schaffen könntest oder doch lieber etwas anderes studieren solltest? Uns ist es am Anfang genauso ergangen ist. Aber von vorne:

Unser Auftrag war es, die Software für eine Paketbox zu entwickeln. Eine Paketbox kannst du dir wie einen großen Briefkasten vorstellen, in dem eben auch Pakete abgelegt werden können. Der Besitzer der Paketbox speichert dazu die Paketnummer in einer eigens von uns für das Projekt entwickelten Webseite ab. Die Startseite haben wir als Anschauungsbeispiel mal angehängt:

Im Hintergrund arbeitet zusätzlich eine Datenbank, die die gesamten Daten organisiert. Kommt nun der Briefträger mit dem Paket, muss er den Barcode (hier ist die Paketnummer verschlüsselt dargestellt) mit einer Webcam abscannen. Ein Barcode-Reader liest die Paketnummer und schaut, ob das Paket vorher vom Besitzer abgespeichert wurde. Wenn alles in Ordnung ist öffnet sich die Paketbox und der Postbote kann das Paket hineinlegen. Perfekt geeignet ist die Paketbox für Studenten. Die lernen nämlich den ganzen Tag fleißig in der Hochschule und können das Paket deshalb nicht selbst entgegennehmen. So können sie sich tagsüber aufs Studium konzentrieren und abends hält die Paketbox ihre Bestellungen für sie bereit.

Hört sich doch nicht so schwer an? Die Dozenten alias unsere Auftraggeber haben uns dabei noch ein paar Steine in den Weg gelegt: Sollte ein Fehler auftreten, muss der Besitzer per Email benachrichtigt werden. Dazu wird eine Fehlertaste an der Paketbox benötigt. Außerdem wäre eine Sprachausgabe an der Paketbox wünschenswert. Die Webseite soll ,,responsive“ sein, das heißt, sie soll auch noch schön aussehen, wenn man die Webseite zum Beispiel über das Handy öffnet und der Bildschirm viel kleiner ist. Um das ganze abzurunden, passiert natürlich alles, was passiert, in Echtzeit. Also doch nicht so einfach…

Damit du dabei nicht die gleichen Fehler machst wie wir, hier ein paar Tipps der ,,Jung-Entwickler“. Aber sieh selbst:

Auf dem folgenden Video sieht man, warum ich Euch Tipp 6 gegeben habe: Freut Euch über die kleinen Dinge, denn beim Programmieren sieht man nicht, welche Arbeit hinter einer Webseite steckt. Auf dem Laptopbildschirm seht Ihr die Webseite, über die die Paketbox verwaltet werden kann. Auf dem Handy wurde ein Barcode generiert, der ein ankommendes Paket darstellen soll. Die Paketnummer wurde im Voraus auf der Webseite eingetragen. Wird nun der Button auf dem Steckbrett gedrückt, startet die Kamera und scannt den Barcode. Das Programm vergleicht diesen mit den eingetragenen Paketen, findet dort unser Paket und ‚öffnet‘ die Paketbox, damit der Briefträger das Paket hineinlegen kann. Das Öffnen der Paketbox wird durch das Leuchten der LED auf dem Steckbrett simuliert. Gleichzeitig wird der Statusbutton auf der Webseite grün und zeigt einen ‚Geöffnet‘-Schriftzug. Man kann also das Öffnen über die Webseite live mitverfolgen. Im Video ist außerdem zu erkennen, dass unser Paket in der Tabelle der zugestellten Pakete auftaucht (unten auf dem Laptopbildschirm). Auf dem Video ist von all den Aktionen nur wenig zu sehen, aber es steckt dennoch sehr viel Arbeit dahinter, die für den Nutzer nicht sichtbar ist.

Paket erkannt
https://www.youtube.com/watch?v=flNMwweC7wc&index=1&list=PLwUSmRTHbj_4pXoD1PJpFX2p_k2v2lEuv&t=0s

Ich hoffe ich konnte dir hiermit einen kleinen Einblick in unseren ,,Arbeitsalltag“ geben. Insgesamt kann man sagen, dass wir oft genug drauf und dran waren, alles hin zu schmeißen. Man wird aber auch für seine Arbeit belohnt, wenn man sich am Ende die Webseite anschaut und alles klappt wie am Schnürchen. Und was auch noch ein guter Tipp ist: Vergesst nicht alles, was ihr in diesem Projekt lernt. Es werden weitere folgen und die machen umso mehr Freude, wenn man schon eigene Vorlagen hat und diese nur noch an das neue Projekt anpassen muss.

Programmiersprachen

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