// DHBW Mosbach forscht an neuen Konzepten für Vorlesungen

Chatbots in der Lehre

Für Beratung und Verkauf setzen bereits viele namhafte Unternehmen wie Amazon oder die Telekom Chatbots ein, also automatisierte, selbstantwortende Chat-Systeme. Die Technologie ist mittlerweile so fortgeschritten, dass viele Menschen den Unterschied zwischen menschlichem und maschinellem Gesprächspartner nicht bemerken. Dies nahm der Studiengang Angewandte Informatik der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach zum Anlass, die Chatbots in die Lehre zu integrieren.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Die DHBW Mosbach reagiert mit diesem Novum auf zwei Trends in der Hochschulwelt: Auf der eine Seite steigt die Nachfrage nach Studienplätzen in den IT-Studiengängen. Gleichzeitig entwickelt sich die Technologie so rasant weiter, dass es zunehmend personelle Engpässe bei externen Lehrbeauftragten gibt. Aus diesem Grund hat der Studiengang Angewandte Informatik im Jahr 2017 den Einsatz für Chatbots weiterentwickelt. Nachdem im Rahmen von Studienarbeiten der Einsatz für Online-Bestellungen belegt ist, sollen die Bots ab dem Sommersemester 2018 auch in der Lehre zum Einsatz kommen.

Im April soll der sogenannte Neuronal-3-layer-Rule-Determination-Bot 1.0, also einen Bot mit drei inneren Schichten für Deep Learning zur Herleitung von Expertensystem-Regeln in der Lehre (kurz N3RD-Bot), im Testlauf die Vorlesung „Einführung in Experimentelle Informatik“ übernehmen. Das Prinzip ist eine Erweiterung des sogenannten Flipped Classroom. In diesem Konzept erarbeiten die Studierenden alleine den Stoff und diskutieren ihn anschließend gemeinsam mit dem Dozenten – anders als im bisherigen Vorlesungskonzept, bei der Stoff an der Hochschule vermittelt wird und die Studierenden ihn allein zu Hause nachbereiten. Der DHBW-Bot überträgt das Vorlesungsskript via Projektor und reichert es mit Übungsaufgaben, Videosequenzen und Verweisen ins Netz an. Analog zu bereits bekannten digitalen Diensten wie Alexa und Echo ergänzt eine Sprachsteuerung das Angebot, sodass die Studierenden Fragen an den Bot stellen können. Ein Vorteil für die Studierenden ist, dass die Vermittlung des Lernstoffs zeitlich und räumlich flexibel erfolgt.

Den Dozenten und Professoren bleibt so mehr Zeit für individuelle Förderung der Studierenden, so die Studiengangleiter. Langfristig kann dieses als „Lehre 4.0“ bezeichnete und beim Tag der Lehre zum Thema „Digitalisierung in der Lehre“ vorgestellte Konzept selbständig dazulernen und zukünftig auch dazu eingesetzt werden, schriftliche und mündliche Prüfungen weitestgehend zu automatisieren. Damit wird die menschliche Komponente ausgeschaltet, beliebte Studierende durch bessere Zensuren zu bevorzugen, und somit ein gerechter und vergleichbarer Notenspiegel über Jahrgänge, Genderunterschiede und unterschiedliche Lehrbeauftragte gewährleistet.

Dieser Artikel war unser Aprilscherz 2018. Wir arbeiten an den Themen Digitalisierung in der Lehre und Chatbots, aber unsere Dozenten werden wir so schnell nicht durch Roboter ersetzen.

Expertensystem und Deep Learning

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