Thomas Weller
// 25 Austauschstudierende am Campus Bad Mergentheim

International Program in Business 2016 hat begonnen

25 Studierende aus den USA, Finnland, Singapur und Südkorea sind seit Ende März zu Gast auf dem Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach. Hier nehmen sie ein Semester lang am International Program in Business (IPB) teil und hören - zusammen mit neun deutschen Kommilitonen - Vorlesungen auf Englisch über Betriebswirtschaftslehre internationalen Zuschnitts.

Von Redaktion DHBW Mosbach

Bereits seit 2004 besuchen Studierende von ausländischen Partnerhochschulen den Campus Bad Mergentheim. Während ihres Aufenthaltes lernen sie global tätige deutsche Unternehmen kennen, entwickeln interkulturelle Fähigkeiten weiter und verbessern sich in internationaler Kommunikation und Zusammenarbeit.  Zudem können sie sich mit Deutschland, den Menschen, Sprache und Kultur vertraut machen.

Geleitet wird das Frühjahrs-IPB in Bad Mergentheim von Professor Dr. Heiko Sinnhold, der zusammen mit Professor Dr. Enrico Purle die zwei Parallelkurse in International Business Administration das Semester über begleitet.

Am Beginn des IPB standen Orientierungswoche und Deutschkurs für die Incomings. So konnten die ausländischen Gäste erste Eindrücke von der Deutschordensstadt gewinnen und knüpften bei der Musikveranstaltung „Night of Bands“ bereits Kontakte zur Bevölkerung. Begleitet von Prof. Sinnhold und Silvia Geißler vom Auslandsamt ging es zudem für eine Woche nach Berlin. In der deutschen Hauptstadt wurden unter anderem Unternehmen, Bundeskanzleramt, DDR-Museum und Holocaust-Mahnmal besucht.

Am 19. April startete das eigentliche Semester mit ersten Informationen über das intensive Kursprogramm und die fälligen Prüfungen. Während die Austauschstudierenden hier mit neun einheimischen Kommilitonen zusammen lernen, schwärmen 87 Prozent der Mergentheimer International Business-Studierenden zu ihren Auslandssemestern etwa in USA, Australien, Thailand und vielen europäischen Ländern aus. Für die am Standort gebliebenen Deutschen bedeutet dieses Semester indessen genauso einen großen Sprung in fachlicher wie sozialer internationaler Kompetenz.

In den nächsten Monaten wird es für die IPB-Teilnehmer noch reichlich Gelegenheit zu gemeinsamen Unternehmungen geben. Die Stadt Heidelberg und Unternehmen wie etwa SAP in Walldorf oder Bass in Niederstetten stehen ebenso auf dem Programm wie einige Aktivitäten rund um den Campus, etwa die Heimattage oder die Students‘ Tour. Viele der Austauschstudierenden werden die Gelegenheit nutzen, sich in Europa umzusehen.

 

Menschen, Sprache und Kultur kennenlernen - Internationale Kompetenz erlangen

Markus Bergman aus Lohja in Finnland besucht die Laurea University of Applied Science. Für ihn ist ein überschaubarer Campus nichts Ungewöhnliches. Er studiert in Kerava, unweit der Hauptstadt Helsinki, zusammen mit rund 300 Kommilitonen. Sein Heimatort hat etwa 20 000 Einwohner, so dass auch Bad Mergentheim für ihn nicht richtig „klein“ ist. Aufgefallen ist ihm gleich die Freundlichkeit der Menschen hier. Er hat Bundesliga-Fußball im Fernsehen geschaut und mag deutsches Essen - besonders Schnitzel. Das internationale Flair am Campus hat es ihm angetan, und er hofft, sein Englisch zu verbessern und Deutsch zu lernen.

Dass nicht alle Deutschen so groß sind, wie er dachte, hat Um ChulMin aus Gwang Myeongsi in Südkorea festgestellt. Dafür gebe es hier viele große, internationale Unternehmen, und er ist sicher: „Die Deutschen sind sehr klug und professionell.“ Um ChulMin studiert an der Chung-Ang University in der Hauptstadt Seoul. Sein Campus mit rund 3000 Studierenden sei dann doch etwas größer als der hiesige, lacht er. Englisch und Deutsch lernen möchte er vor allem, deutsche Kultur entdecken und Fußballspiele sehen - für Fußball sei Deutschland schließlich berühmt.

Dass sie in diesem Semester in Deutschland bleibt, ist für Lena Staudt aus Elpersheim „gar nicht schlimm“. Zum einen fehlt das „international feeling“ nicht: „Nicht nur in den Vorlesungen wird englisch gesprochen, überwiegend auch in den Pausen.“ Zum anderen wird sie von ihrem Unternehmen, der Adolf Würth GmbH & Co. KG, noch für drei Monate nach Malaysia geschickt. Als Einheimische werde sie den Incomings auch gerne ihre Heimat zeigen und als ehemalige Markelsheimer Weinkönigin freut sie sich besonders auf den gemeinsamen Besuch des dortigen Weinfestes im Mai. Der Kontakt zu den ausländischen Studierenden sei sehr gut, stellt sie fest.

„Auch hier am Campus erwerbe ich viel internationale Kompetenz“, betont Stefanie Frank aus Bad Mergentheim, die bei der Creglinger Wirthwein AG arbeitet. Sie wird von ihrem Unternehmen aus ebenfalls noch ins Ausland, voraussichtlich in die USA, gehen. Die Berlin-Exkursion zusammen mit den Austauschstudierenden wertet sie als „gutes Angebot, sich in einem anderen Rahmen kennenzulernen“. Das Studium an der DHBW sei zwar „bezahlt“, dafür aber auch anspruchsvoll: „Man muss schon was tun dafür.“

„Wir hatten schon eine gute Zeit hier”, blickt Ng Wei Ming aus Singapur auf die letzten Tage zurück. Er studiert an der Nanyang Polytechnic School of Business Management und möchte später gerne als Eventmanager arbeiten. Entsprechend Spaß gemacht hat ihm das „Pubhopping“ in der Mergentheimer Musiknacht, bei der er nicht zuletzt das deutsche Bier genossen habe. Eher Hochhäuser gewohnt, gefallen ihm die „netten Gebäude“ in der alten Ordensstadt. „Ich mag das Essen“, betont er und fügt hinzu: „Hier ist es ruhig und friedlich – ich mag das.“

Obwohl Gabriel Smith, der Datenanalytiker werden möchte, aus der Zwei-Millionen-Region Portland in Oregon/USA kommt, ist Bad Mergentheim für ihn keine große Umstellung. Denn Lakeview, wo er an der Oregon State University eingeschrieben ist, hat gerade mal 3000 Einwohner. Seine ersten Eindrücke? „Freundliche Menschen, schönes Wetter, nette Girls“, schmunzelt er und betont, wieviel Spaß ihm die „Night of Bands“ gemacht hat. Der Lebensstil hier sei völlig anders als zu Hause, wo er mit fünf Freunden in einem Haus wohnt. Hier sei er mit viel mehr Menschen zusammen, genieße die internationale Atmosphäre. Er hofft, bald besser Deutsch zu sprechen: „Mein Ziel: Im Restaurant selbst Essen bestellen können.“

Ebenfalls von der Oregon State University, an der er eben graduiert hat, kommt Mohammed Alharsonsi. In seiner Heimat Dubai/Vereinigte Arabische Emirate will er ins Investment-Geschäft einsteigen. „Als ich die Möglichkeit bekam, Deutschland zu besuchen, habe ich sofort zugegriffen“, erzählt er. Durch Kontakte zur Solarbranche kennt er das Land bereits und freut sich, deutsche Kultur und Unternehmenswelt kennenzulernen. „Bad Mergentheim hat eine starke Geschichte“, ist ihm aufgefallen „und es ist gar nicht so ländlich wie ich dachte.“